düsseldorf: rocío molina «bosque ardora»
Rocío Molina ist ohne Zweifel die vielseitigste und interessanteste Choreografin und Tänzerin der jungen Flamenco-Generation. Die aus Málaga stammende «Danzaora» – ein Kunstwort, das sie selbst geschaffen hat, um zu betonen, dass sie sich nicht als reine Flamencotänzerin betrachtet – entfachte zuletzt bei ihrem Auftritt anlässlich der Flamenco-Biennale in Sevilla einen Aufschrei unter den Traditionalisten. In ihrem Stück «Bosque Ardora» bedient sie sich des Flamencos nur mehr als Werkzeug, ansonsten ist es musikalisch und tänzerisch im Heute angesiedelt.
Ihre Bewegungen sind frei und entsprechend schwer einzuordnen. Spielerisch setzt sie sich über Grenzen hinweg mit einem groß angelegten, komplexen Werk, das auf vielen Bühnen des zeitgenössischen Tanzes zu sehen sein wird.
«Bosque Ardora» beginnt mit einer vier Minuten dauernden Projektion. Wir sehen Rocío Molina auf einem Pferd durch den Wald reiten, begleitet von Jagdhunden. Man ist verzaubert, doch das Unheil versteckt sich hinter einem dünnen Schleier. Schon beginnt das Spiel mit den Gegensätzen, Tag und Nacht, Glück und Unglück, Jäger oder Beute, Mann und Frau, Sieg und Unterwerfung. Sie ist die einzige Frau unter acht Männern ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 40
von Susanne Zellinger
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