Foto: Jesús Vallinas
Dürer's Dog
Dürers Hase getanzt? Da müssten die Tänzer, zwar aufmerksamen Blicks, ununterbrochen in Entspannungshaltung auf der Bühne kauern. Das geht gar nicht. Und wie steht es mit «Dürer’s Dog»? So nennt Goyo Montero sein jüngstes Stück. Seit zehn Jahren ist er Ballettchef in Nürnberg – klein, agil, kahler Schädel, lebhafte schwarzen Augen und eine beachtliche Tänzer-Karriere im schmalen Kreuz.
Kunsthistorische Röntgenuntersuchung
Würde man den Hund in seinem Stück finden? Würde man überhaupt darauf kommen, dass sich sein bewusst abstrakt gehaltenes Tanzstück mit Dürer befasst, stünde Nürnbergs berühmtester Maler nicht im Titel? Nun, das sei die Frage, lächelt Montero. Darauf sei er selbst gespannt. Manchmal könne man Dürer in einem Tänzer erkennen, manchmal in einer Tänzerin, manchmal in mehreren zusammen, orakelt er kryptisch. Und liefert auch einen pragmatischen Grund: «Alle meine Tänzer sind Solisten», sagt er, der, wie das an kleinen Kompanien mit um die 20 Mitgliedern nur fair ist, in jeder neuen Produktion das gesamte Ensemble beschäftigt. Hier werden die Darsteller vielfach umweht von bauschigen Vorhängen aus luftiger Fallschirmseide, oder sie agieren vor einem wie ein Lift auf ...
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