Thomas Whitehead als Wirt Roddy und Natalia Osipova als Letty Mason in «The Wind» von Arthur Pita
The Wind
In Großbritannien gibt es plötzlich eine kleine, wichtige Diskussion darüber, ob die Kunstform Ballett der Gleichberechtigung nicht schwer hinterherläuft. Anlass sind – neue! – Stücke des Royal Ballet, in denen Frauen verniedlicht werden oder ihnen Gewalt angetan wird. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war «The Wind» von Arthur Pita, in dem die zentrale Szene eine Vergewaltigung ist. Es folgte auf ein Stück von Kenneth McMillan, in dem die zentrale Szene eine Vergewaltigung ist.
Nun war es nicht allein Arthur Pitas Idee, ein solches Stück auf die Bühne zu stemmen. Die Vorlage seines im Rahmen der Triple Bill «Untouchable/The Illustrated ‹Farewell›/The Wind» uraufgeführten Balletts datiert aus dem Jahr 1925, es handelt sich um die gleichnamige Novelle einer Frau: Dorothy Scarborough schrieb die zunächst anonym veröffentlichte Geschichte einer gewissen Letty Mason, die in der öden Wüste von Texas sexuellen Terror durch einen Viehhändler erleidet, ihn tötet und darauf dem Wahnsinn verfällt. Heute würde man eine solche Story weit eher unter dem Kapitel weiblicher Emanzipation rubrizieren oder wenigstens als einschlägiges Plädoyer betrachten.
Konstruierte Frauenfiguren
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Fürsorge
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