«The Great Tamer», Foto: Julian Mommert
Dimitris Papaioannou
Auf einen wie ihn haben die Festivals seit Langem gewartet. Dimitris Papaioannou steigt auf wie Phoenix. Nicht aus der Asche, aber aus Griechenland, dem vermeintlichen Niemandsland der zeitgenössischen Bühne. Dem Gründer des Edafos Dance Theatre und Inszenator der olympischen Zeremonien von Athen 2004 wird nicht umsonst die Ehre zuteil, im Mai 2018 ein neues Stück fürs Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch zu erarbeiten. Er ist ein visueller Philosoph, der sich mit Grundfragen des Lebens, des Daseins und des Menschseins auseinandersetzt.
Und surreale Bilder skizziert, deren hohe Prägnanz unsere Sinne verwirrt. Auf diese Weise schafft Papaioannou in einem einzigen Stück so viele Aha-Erlebnisse wie andere Choreografen in einem Jahrzehnt. Er zerlegt die Dinge und die Körper, um sie wie ein Picasso neu zu komponieren. Er stellt sie auf den Kopf, weil das einfach ehrlicher ist. Der Illusionskünstler Papaioannou kann Arme, Beine und Rumpf separat von der Bühne hüpfen lassen oder eine Person kreieren, wenn mehrere Akteure jeweils Arm, Bein oder Rumpf beisteuern. Jeder wird zum Puppenspieler seines eigenen Teilkörpers und vollführt Bunraku am eigenen Leib. Mit «Still Life» erschien ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2017
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Thomas Hahn
Seit Jérôme Bel und das Theater Hora mit «Disabled Theater» international für Aufsehen sorgten, ist das Thema Inklusion endgültig im Tanz angekommen. In Europa hat Großbritannien die Nase vorn, dank Candoco, der 1991 gegründeten Company, in deren Reihen Menschen mit und ohne Behinderung tanzen. Zum Auftakt der Tagung «Tanz Körper Erweiterung – Stretching the...
Wenn Sie, ja Sie, Tanz anschauen – wonach richten Sie sich? Warum gehen Sie in das Stück von X und nicht in das Stück von Y? Was wäre, wenn Ihnen mal niemand verraten würde, wer die Hersteller sind? Würden Sie dann trotzdem eine Karte kaufen? Wir wissen zwar nicht, wie groß der Teil des Publikums ist, der sich bei der Entscheidung zum Ticketkauf vor allem vom Namen...
Highlights Oktober 2017
Bonn: On tour
Bangarra Dance Theatre
Seit 28 Jahren finden die Tänze der australischen Aborigines und Torres-Strait-Insulaner eine Heimat beim indigenen Bangarra Dance Theatre. Jahrelang war es im Hafen von Walsh Bay in Sydney ansässig, demnächst bezieht es ein neues Quartier. Davor aber tourt die Company durch Europa, verschiedene Programme...
