Die Schönheit des Unperfekten
Was ist wahre Perfektion – ein glänzendes Schmuckstück für die Ewigkeit oder ein schöner, aber flüchtiger Moment im Tanz? Das Ballett des Theaters Pforz-heim hat seine erste Premiere ins Schmuckmuseum der Goldstadt verlegt und erforscht dort mit einer In-situ-Choreografie Themen wie Narzissmus und den Wert des Individuums. Ballettdirektor Guido Markowitz und Choreograf -Damian Gmür suchen die versteckte Schönheit des Unperfekten, den Mut zum Anderssein.
Ihn hat in einem unglaublichen Ausmaß die junge Tänzerin Sophie Hauenherm, die in Pforzheim ihr erstes Engagement antritt – nachdem sie ihre Bachelor-Arbeit an der Dresdner Palucca-Hochschule für Tanz im Sommer noch im Rollstuhl absolvierte. Innerhalb eines halben Jahres verlor die 18-jährige Tanzstudentin die Macht über ihre Beine, ein Abszess quetschte die Nerven im Rückgrat ab. Jetzt kämpft sie sich, eigentlich von der Hüfte abwärts gelähmt, zurück und steht im Ballettsaal schon wieder minutenlang auf den Beinen.
«Perfekt unperfekt» wieder am 1., 2. Dezember; www.theater-pforzheim.de
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Praxis, Seite 73
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