Stoic
Wer 2016 die Art Basel besucht hat, erkennt das Bühnenbild in Göteborg auf Anhieb wieder. Die eng bepackten Bücherregale mit namenlosen Bänden um einen Seerosenteich. Das Chesterfield-Sofa, den Konzertflügel, das anonyme Grau: Für Sidi Larbi Cherkaouis neues Tanztheater «Stoic» hat der bildende Künstler Hans op de Beeck seine begehbare Installation «The Collector’s House» noch einmal aufgelegt. Doch die Figuren, dort in Alltagsverrichtungen zu Gips erstarrt, atmen hier, leben, bewegen sich.
Gadgets und Neurosen
Es ist Cherkaouis dritte Kollaboration mit der GöteborgsOperans Danskompani. Nach «Noetic» (2014) und «Icon» (2016) wendet sich «Stoic» den Denkern der griechischen Antike zu. In Anlehnung an die Stoiker illustrieren 18 Tänzerinnen und Tänzer (fünf stammen aus Cherkaouis eigener Truppe Eastman) das Ringen zwischen Trieben und Vernunft. Es geht um Gadgets und Neurosen, gesellschaftliches Funktionieren und verkrüppelte Emotionen. Um die Dinge, die wir überspielen wollen, und die Mittel, die wir dafür wählen. Um geschäftige Oberfläche und tiefsitzenden Seelenschmerz. Cherkaoui mischt urbane Stile wie Tutting und Whacking mit Formen des zeitgenössischen Tanzes – doch nie ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Wiebke Roloff Halsey
Monte-Carlo: En compagnie de Nijinsky
So lange ist es noch nicht her, dass Jeroen Verbruggen sich eine Rolle Vaslav Nijinskys zu eigen machte – in «Le Spectre de la rose», von Marco Goecke sozusagen auf seinen Leib choreografiert. Die Nijinsky-Hommage steht erneut auf einem Programm der Ballets de Monte-Carlo – allerdings: Verbruggen tanzt nicht mehr, er...
Hans Christian Andersen. Poet mit Feder und Schere
Früher nannte man ihn gern den «größten Dänen aller Zeiten». Aber ausgerechnet seine Größe hinderte Hans Christian Andersen daran, sich auf der Bühne zu verwirklichen. Mit 1,85 Meter für damalige Verhältnisse überlebensgroß, blieb ihm zunächst nur das Schreiben. Erst als sich 1831 auf einer Deutschlandreise der...
Jacob Höhne, wie kam es zu einem Theater für Menschen mit Down-Syndrom?
RambaZamba wurde in Berlin von Gisela Höhne und Klaus Erfurth gegründet, dem damaligen Regisseur am Deutschen Theater. Moritz Höhne, mein Bruder, der auch hier im Ensemble ist, wurde mit Trisomie 21 geboren. In der DDR war die Förderung dieser Menschen gleich null. Die Ärzte sagten nach der...
