Die Fußgängerin
Wohl dank Jérôme Bel zählt das Zürcher Theater Hora europaweit zu den bekanntesten Kompanien des inklusiven Tanztheaters. Bel choreografierte die Truppe 2012 unter dem ebenso lapidaren wie heute kaum mehr als korrekt empfundenen Stücktitel «Disabled Theatre».
Was der französische Choreograf vorfand, war die 1993 gegründete Kompanie für Menschen mit «different abilities» … ein zeitgemäßeres Wort, weil es zwischen Euphemismus und Utopie den Traum von einer Gesellschaft ausdrücken will, sich der Fähigkeiten derjenigen zu bedienen, die auf Grund körperlicher Einschränkungen zu Expert*innen der Überwindung von Hürden geworden sind.
So erklärt es Isabella Spirig, die in den frühen 1990er-Jahren noch als Sachbearbeiterin bei der Stiftung Migros Kulturprozent ein Gesuch dieser damals frisch gegründeten Kompanie vorfand. Hora wollte eine Kulturförderung von der mächtigen Schweizer Supermarkt-Genossenschaft, passte aber nicht ins Reglement, an das sich Sachbearbeiter*innen nun mal halten sollten. Es sah unter anderem vor, dass geförderte Künstler*innen eine professionelle Ausbildung abgeschlossen haben mussten. Für eine Gruppe von Menschen mit nicht «normalen» körperlichen oder geistigen ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Praxis, Seite 59
von Arnd Wesemann
Was Osten ist, was Westen? Auf der Bühne wird gerätselt, turbulent und komödiantisch, in babylonischem Sprachgewirr. Ist der Osten, ganz weit im Osten, nicht eigentlich schon Westen? Ist Westen das Gegenteil von Osten, wie Herz und Hirn? Und was ist mit Clint Eastwood, in all diesen Western?
Kommunikationschaos prägt vor allem den Start des Abends. Wir erleben eine...
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