M. MORAU «FOREST FIRES»
Nackt und grau präsentiert sich die Bühne im Schauspielhaus Basel. An der hinteren Betonwand liegen die Tänzer*innen des Ballett Basel wie gestapelte Ware in Nischen. Vorne an der Rampe erzählt eine Tänzerin unter tiefhängenden Scheinwerfern ein Märchen. Von einem Baum als Symbol einer großen Liebe, die mit dem Tod endet. In «Forest Fires» – Marcos Moraus Beitrag zum Doppelabend mit Sharon Eyals «Salt Womb» – ist der Wald schon lange abgebrannt; Rauch vernebelt den spärlich beleuchteten Raum.
Düster, von unendlicher Melancholie getränkt erhebt sich die Stimme von Nick Cave. Seine Musik und Texte bilden den roten Faden durchs Stück. Dazu bewegen sich 13 Tänzer*innen wie eine zuckende Masse. Eine Bewegung löst viele andere aus, schnell und behände werden einzelne Tanzende hochgehoben und sacht aufgefangen. Dazwischen stehen sie als abgekoppelte Individuen verloren im Raum. Der spanische Choreograf hat ein tieftrauriges Poem über Einsamkeit und Zärtlichkeit geschaffen. Und über die Kraft des Widerstandes. Am Ende senken sich nacheinander Bühnenprospekte wie Erinnerungs-Flashes vom Schnürboden herab. Nur das letzte Bild mit einem ukrainischen Flüchtling am Zugfenster fährt hoch, zum ...
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Tanz Mai 2022
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Maya Künzler
Ein Triple Bill ist nicht zuletzt die Gelegenheit, unterschiedliche choreografische Sprachen an einem Abend kennenzulernen. Der Oldenburger Ballettdirektor Antoine Jully (tanz 2/21) führt diesen Gedanken noch weiter: Nicht nur drei verschiedene Choreografen beliefern «Verklärte Nacht», der Abend ist mit Neoklassik, Ballett und (Post-)Moderne auch ein angedeuteter...
Sie haben beide künstlerische Verbindungen nach Russland. Was ging in Ihnen vor, als Sie vom russischen Angriff erfuhren?
Sasha Waltz: Ich war erschüttert. Ich steckte noch mitten in den Proben zu «SYM-PHONIE MMXX», und natürlich haben wir das Geschehen auch in diesem Rahmen diskutiert. Am Tag des Angriffs haben wir die Probe mit einer Schweigeminute begonnen, weil...
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