Déjà Donné: «My Name is King»
In Padua ist im August ein ganz besonderes Bauwerk errichtet worden. Die Einheimischen nennen es ihre «Berliner Mauer» – eine übermannshohe Metallkonstruktion rund um das von Immigranten bewohnte Via Anelli Wohnprojekt. Alle fühlen sich jetzt sicherer voreinander. Drinnen: Drogen, Armut, Berge von stinkendem Abfall. Draußen sauberer Rassismus, gepflegter Konsum, der Dreck hinterlässt und auf Ausbeutung beruht.
Szenenwechsel: die Tafelhalle im idyllischen Nürnberg. Déjà Donné proben «My Name is King».
Simone Sandroni gibt ein Zeichen: Drei wilde, zottelige Kerle fordern die kahlen Sitzreihen heraus. Zerlumpt, mit verschwitzten Oberkörpern. Auf der Haut glänzen ölig-schwarze Buchstaben wie hässliche Narben. Don’t steal, Honour, LORD, vain, kill und dann: Do adultery. Wie sie miteinander umgehen, ist nicht nett. Ruppige Interaktionen bis zur Folter zwischen aggressiven, weit ausgreifenden Tanzsequenzen. Einmal werden die Gesten zärtlich – dem Liebesduett geht die Unterwerfung voraus. Jetzt sind die Rollen zwischen den beiden Männern klar. Der Sieger ist Herr, der Unterlegene verwandelt sich in ein williges Weibchen. No means yes. Die alte Lüge, dass sich Romantik aus Gewalt entwickeln ...
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Nahezu zehn Jahre soll Mozart in seinem kurzen Leben auf Reisen gewesen sein. Und manchmal, so scheint es, war der sichere Transport von Partituren wichtiger als der Komfort der Reisenden. Wen zu dieser Zeit das Fernweh packte, der wusste, dass man ohne durchgeschüttelte Knochen und Achsenbrüche nichts von der Welt zu sehen bekam. Die Dynamik des Reisens, der...
Shakespeare is not a matter to be taken lightly, after so many choreographers have told this dancing story in so many different ways. But Mauro Bigonzetti decided to go ahead and try out his own version for the strong dancers of Aterballetto, to contribute to their annual requirement of a full-length program.
First of all, he chose to assume that audiences are...
Auch die teuersten Juweliere sind’s nicht mehr. War man sich früher bei Van Cleef & Arpels seiner Exklusivität sicher, kann der Kunde heute dasselbe in allen Filialen erstehen. Wie beim Ballett. Waren jahrelang die «Jewels» von George Balanchine ausschließlich beim New York City Ballet in Besitz, finden sich seine «Emeralds», «Rubies» und «Diamonds» heute nicht...
