Lupenreine Kopien: «Jewels» in der Staatsoper
Auch die teuersten Juweliere sind’s nicht mehr. War man sich früher bei Van Cleef & Arpels seiner Exklusivität sicher, kann der Kunde heute dasselbe in allen Filialen erstehen. Wie beim Ballett. Waren jahrelang die «Jewels» von George Balanchine ausschließlich beim New York City Ballet in Besitz, finden sich seine «Emeralds», «Rubies» und «Diamonds» heute nicht nur im Repertoire der Pariser Opéra und des Mariinsky.
Auch das Hamburg Ballett und das Holländische Nationalballett können sich nun mit Balanchines Preziosen schmücken, und sie tun es mit Duplikaten, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen: Lupenrein nach Karinskas klunkerreichen Kostümentwürfen rekonstruiert, lassen auch die Kopien noch den Glanz glorreicher Zeiten ahnen.
Doch hat Hamburg eine Vergangenheit, der es sich nicht zu schämen braucht. In der Ära Liebermann beehrt Balanchine kein Ensemble so sehr wie das der Hansestadt – das eigene selbstverständlich ausgenommen. 16 Ballette gibt er zwischen 1960 und 1971 zur Einstudierung frei, und gleich dreimal versucht sich der Meister als keinesfalls genialer Opernregisseur. Vom Misserfolg ganz und gar unbeeindruckt, holt er zum Achtzigsten von Igor Strawinsky ...
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