Daniel Mulligan
In meiner Muttersprache, dem Englischen, beschreiben die Begriffe homeland, mother country oder home town das, was im Deutschen mit «Heimat» ausgedrückt wird. Somit ist es erst einmal recht einfach für mich, London bzw. England als meine Heimat zu nennen. Schaue ich allerdings ein wenig genauer auf mein künstlerisches und privates Leben, erscheint mir mein Verständnis von Heimat doch nicht ganz so schwarz-weiß wie anfangs gedacht. Ich lebe und arbeite seit elf Jahren in Zürich, und die Schweiz ist das einzige Land außerhalb Großbritanniens, in dem ich je gelebt habe.
Ich fühle mich hier definitiv zu Hause, denn Zürich ist die Stadt, in der ich mir als erwachsener Mensch mein selbstständiges Leben eingerichtet habe, mit sämtlichen Herausforderungen, die so etwas mit sich bringt. Zur Zeit verspüre ich jedenfalls nicht den Wunsch, nach London zurückzukehren oder nach Großbritannien. Man weiß natürlich nie, was die Zukunft bringt, ich bin mir aber schon sicher, dass ich so etwas wie heimatliche Vertrautheit empfinden würde, wenn ich nach Großbritannien zurückkehren würde.
Wenn ich jemanden zum ersten Mal begegne, der oder die mich nach meiner Heimat fragt, würde ich also ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 108
von Daniel Mulligan
Es ist die vorerst letzte Choreografie, die Lin Hwai-min für sein Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, 1973 in Taipeh begründet, geschaffen hat: keine Bilanz seiner bisherigen Arbeit, sondern eher ein Abbild seiner Heimat, symbolkräftig überhöht und zugleich doch so bodenständig wie der vorgestellte Tanz. Durch Erfahrungen mit Ballett, Martial Arts und Meditation...
Die Dresdnerin hat von 1990 bis 1996 an der Palucca Hochschule für Tanz studiert. Dann zog es sie in die Tanzwelt, vornehmlich zu Frédéric Flamand nach Frankreich. Fast zehn Jahre war sie beim Ballet National de Marseille als Solistin engagiert, tanzte in Choreografien von Richard Siegal, Emanuel Gat, Annabelle Lopez Ochoa, Pascal Touzeau oder Yasuyuki Endo. Sie...
Wie macht er das nur? Tanzen, choreografieren, fotografieren, mitten in der Saison eine wichtige Premiere, kurz danach die erste Ausstellung? Roman Novitzky ist bei allem, was er anpackt, nicht das, was man einen Tausendsassa nennt. Bewundernswert am Ersten Solisten des Stuttgarter Balletts ist weniger, wie er als Multitalent alles unter einen Hut bekommt....
