CD des Monats
Schwer vorzustellen, dass eine Mary Wigman einst ihrem ersten «Totentanz» ausgerechnet Orchestermusik von Camille Saint-Saëns unterlegt hat. Irgendwie passt das nicht zusammen, wiewohl der französische Komponist seine «Danse macabre» so suggestiv in Töne gesetzt hat, dass dabei nicht nur die Knochen klappern. Im Grunde ist sein Opus 40 ein klassisches Violinkonzert, selbst wenn es nicht mal ansatzweise eine ganze Geisterstunde dauert.
Andrew Wan ist der Solist dieser Einspielung, und er holt aus seiner Fiedel so fahle Klänge heraus, als wär’ er Gevatter Tod persönlich. Kent Nagano dirigiert das Orchestre symphonique de Montréal, und der Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper achtet darauf, dass auch bei diesem Totentanz der Hahnenschrei der Oboe zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.
Ganz ähnlich bei «L’apprenti sorcier» von Paul Dukas. Auch hier lässt Nagano das Scherzo enden, bevor es den «Zauberlehrling» ins Uferlose mitreißt: ein magisches Stück Musik, das sich ebenso gut in einen makabren Musik-Kontext reiht. Von der «Mittagshexe» Antonin Dvoráks über «Eine Nacht auf dem kahlen Berge» von Modest Mussorgsky, die selten gehörte «Tamara» von Mili Balakirew und «Hallowe’en» ...
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Kenneth Greve macht Schluss. Zumindest in Helsinki. Seit 2008 amtiert er dort als Direktor des Finnischen Nationalballetts, und das offenbar zu beidseitiger Zufriedenheit. Sonst hätte er den Vier-Jahres-Vertrag nicht um die gleiche Dauer verlängert. Wie seine Vorgängerin Dinna Bjørn stammt Greve aus Dänemark. Ausgebildet an der Schule des Königlich Dänischen...
Léon Bakst
Ein Blick, und man wird diese Szenerie nie wieder vergessen. Das gilt für viele Bühnenbilder und Kostüme, die Léon Bakst (1866 – 1924) für die Ballets russes entworfen hat. Ob «Shéhérazade», «Le Spectre de la rose» oder «L‘après-midi d‘un faune» – der Maler verstand es, jedes Sujet mit einer unverwechselbaren Ikonografie aufzuladen. So trug er mannigfach...
Choreographic captures sind ganz kurze, nur einminütige Clips, die schon zum achten Mal in 60 ausgewählten Kinos im Vorprogramm den Appetit auf Tanz anregen sollen. Joint Adventures in München und Fête de la Danse in Genf haben dieses Jahr fünf Gewinner ermittelt. Der erste Preis geht an Manon Siv Duquesnay und Pere Joseph Vilaplana, ein Paar, das in «Xiuxiuejar»...
