Bremen: Samir Akika «Bravehearts»
Kiri Haardt war in den 1990ern eine der wichtigsten Protagonistinnen des Bremer Theaters unter Susanne Linke und Urs Dietrich. Die mittlerweile 53-Jährige tanzt immer noch, außerdem lehrt sie an der Hochschule der Künste in Bern. Haardts Tochter Geraldine Rummel ist 18, bereitet sich auf das Abitur vor und engagiert sich bei der Jugendsparte «Junge Akteur*innen» des Theater Bremen.
Der Bremer Hauschoreograf Samir Akika arbeitet nach dem Vater-Sohn-Duett «Pink Unicorns» mit Alexis und Paolo Fernández ein weiteres Mal generationsübergreifend und hat für Haardt und Rummel ein kleines, feines Stück choreografiert, das sich elegant an den Problemfeldern Familie und künstlerische Selbstverwirklichung entlangbewegt und dabei den Choreografen freundlich im Hintergrund stehen lässt.
Mutter und Tochter erweisen sich hier als eingespieltes Team, dessen Vertrautheit einen Großteil der szenischen Aktion motiviert. Das spürt man etwa in einer tänzerischen Nachzeichnung von Haardts Karriere. Tochter: «Du kamst ans Tanztheater nach Münster …», worauf die Mutter ein paar expressive Schritte macht, tänzerisch sicher, ästhetisch ein bisschen von gestern vielleicht. Darauf wiederum die Tochter: ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Kritik, Seite 36
von Falk Schreiber
Viel muss Amilcar Moret Gonzalez’ Eugen Onegin nicht machen. Ein Glas leeren, eine Zigarre rauchen, einem Lakaien Hut und Mantel reichen. Tanzen? Ach was. Kurz wird er genötigt, ein paar Schritte zu vollführen, Sprünge, Drehungen, das macht er kalt lächelnd mit, und schon liegen ihm alle Herzen zu Füßen. Die Bühne gehört ihm, sobald er sie betritt.
Alexander...
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