Nicht nur Technik: Hanne Wandtke im Gespräch
Gerade ist sie 80 Jahre alt geworden: Hanne Wandtke, Tänzerin und Tanzpädagogin, in Dresden geboren und dort zu Hause. Die Eltern laufen mit der Sechsjährigen 1945 vor den Bomben weg. Es folgt ein Neuanfang in einfachen, aber musischen Verhältnissen. Sie macht den Eignungstest an der Palucca-Schule, obwohl sie die körperlichen Voraussetzungen für die Ballettstange nicht mitbringt. Aber Gret Palucca sagt, sie solle mal drauflos tanzen! «Und ich tanzte wie ein Teufel. Und wurde angenommen.» Was sie bei Palucca gelernt hat, bewegt sie bis heute. Das Improvisieren war ihre Sache.
«Aber mir wurde klar, dass klassischer und neuer künstlerischer Tanz, wie Palucca ihn unterrichtete, zusammenklingen müssen.»
Nach dem Abschluss 1960 folgt ein erstes Engagement in Weimar. «Da waren wir ganz schön modern», sagt sie, «wir machten eigentlich Tanztheater, das kam mir sehr entgegen.» Zurück in Dresden, arbeitet sie mit Tom Schilling, wird mit ihm in Berlin zur Mitbegründerin des Tanztheaters an der Komischen Oper. «Eine großartige Zeit, was ich bei Palucca gelernt hatte, bekam starke, praktische Konturen: Anliegen und Beziehungen müssen den Tanz bestimmen, die Form darf nicht über dem Inhalt ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Praxis, Seite 65
von Boris Gruhl
Viel muss Amilcar Moret Gonzalez’ Eugen Onegin nicht machen. Ein Glas leeren, eine Zigarre rauchen, einem Lakaien Hut und Mantel reichen. Tanzen? Ach was. Kurz wird er genötigt, ein paar Schritte zu vollführen, Sprünge, Drehungen, das macht er kalt lächelnd mit, und schon liegen ihm alle Herzen zu Füßen. Die Bühne gehört ihm, sobald er sie betritt.
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