Benjamin Vandewalle

Tanzakteure mit den besten Aussichten

Die Seuche des interaktiven Theaters hat inzwischen den Tanz angesteckt. Auch dort kann das Publikum mittlerweile per Handyklick den Vorstellungsverlauf beeinflussen und neuen Wein in alte Schläuche füllen helfen. Ich hasse dieses alberne Getue aus tiefster Seele, deshalb war ich fest entschlossen, mir Benjamin Vandewalle in Brüssel nicht anzusehen, weil sein Tun als interaktiv angepriesen wurde. Aber denkste!- Ein belgischer Freund erklärte mir, das sei nicht das «doofe interaktive» Gemache, sondern ganz anders. Er überredete mich mitzukommen.

Was Vandewalle macht, ist in der Tat ganz anders. Und es ist toll. Bei «Walking the Line» greift das Publikum nicht in die Vorstellung ein, sondern es IST die Vorstellung. Am verabredeten Treffpunkt in der Nähe des Kaaitheaters werden wir begrüßt, setzen Gesichtsmasken auf, lernen einige Schrittfolgen und beginnen unseren Weg durch die Stadt, mal an einer Mauer entlang, mal über eine belebte Straße oder an einem Kinderspielplatz vorbei.  

Die Stadt gerinnt zum Ton. Man verliert jede Orientierung, zumal wenn man sich nicht gut auskennt, erlebt den Alltag und seine Abstraktion auf eine neue, mitunter Angst einflößende Weise. Es ist eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Renate Klett