Benjamin Vandewalle
Die Seuche des interaktiven Theaters hat inzwischen den Tanz angesteckt. Auch dort kann das Publikum mittlerweile per Handyklick den Vorstellungsverlauf beeinflussen und neuen Wein in alte Schläuche füllen helfen. Ich hasse dieses alberne Getue aus tiefster Seele, deshalb war ich fest entschlossen, mir Benjamin Vandewalle in Brüssel nicht anzusehen, weil sein Tun als interaktiv angepriesen wurde. Aber denkste!- Ein belgischer Freund erklärte mir, das sei nicht das «doofe interaktive» Gemache, sondern ganz anders. Er überredete mich mitzukommen.
Was Vandewalle macht, ist in der Tat ganz anders. Und es ist toll. Bei «Walking the Line» greift das Publikum nicht in die Vorstellung ein, sondern es IST die Vorstellung. Am verabredeten Treffpunkt in der Nähe des Kaaitheaters werden wir begrüßt, setzen Gesichtsmasken auf, lernen einige Schrittfolgen und beginnen unseren Weg durch die Stadt, mal an einer Mauer entlang, mal über eine belebte Straße oder an einem Kinderspielplatz vorbei.
Die Stadt gerinnt zum Ton. Man verliert jede Orientierung, zumal wenn man sich nicht gut auskennt, erlebt den Alltag und seine Abstraktion auf eine neue, mitunter Angst einflößende Weise. Es ist eine ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Renate Klett
1. Aufführung des Jahres / Production of the Year
2. Choreograf/in des Jahres / Choreographer of the Year
3. Tänzerin des Jahres / Female Dancer of the Year
4. Tänzer des Jahres / Male Dancer of the Year
5. Kompanie des Jahres / Company of the Year
6. Erfreulich war ... / Positive development
7. Ärgerlich war ... / Negative development
Ora Brafman, Tel Aviv, Jerusale...
Bei «Floating Flowers» glaubten wir noch an einen Scherz, einen nicht einmal besonders jungen: Mann versteckt sich unter Rock von Frau. Indes, bereits im Duo mit Gauthier Dance zeigte sich die Nonchalance, mit welcher Po-Cheng Tsai zeitgenössischen westlichen Tanz, Urban Dance und Showbiz mit Elementen aus fernöstlicher Kultur verbindet.
Der Wow-Effekt kam 2017...
Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen...
