Oona Doherty

Tanzakteure mit den besten Aussichten

Tanz - Logo

Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen Durchbruch und trug ihr 2017 den «Total Theatre Award for Dance» beim «Edinburgh Festival» ein.

Doherty legte nach: «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» ging beim diesjährigen «Dublin Dance Festival» über die Bühne des Abbey Theatre. Außerdem ist Doherty eine von 20 auserwählten NachwuchschoreografInnen, die jährlich vom paneuropäischen Tanz-Netzwerk «Aerowaves» vorgestellt werden (www.aerowaves.org).

In «Hope Hunt» ebenso wie in «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» führt uns Oona Doherty ein längst in Fleisch und Blut übergegangenes Verhalten vor Augen, das seinen Ursprung in einem singulären Vorurteil der nordirischen Gesellschaft hat. «Entscheidungen in Fragen von Moral und Menschenrechten werden in diesem Land auf der Grundlage wirtschaftlichen Profits und eines religiösen Glaubenssystems getroffen», ließ sie im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 158
von Michael Seaver

Weitere Beiträge
Louis Thuriot

Mit «Peeping Eye» stellte sich der 21-jährige niederländische Tänzer Louis Thuriot Anfang des Jahres bei einem Gastspiel am Staatstheater Mainz vor. «Peeping Eye» heißt so viel wie «mit voyeuristischem Blick etwas anschauen». Das taten dann vor allem die Zuschauer. Denn das Duo von Louis Thuriot, das er zusammen mit Borna Babic einstudierte, überzeugt nicht nur mit...

Trajal Harrell

Manche leiden bei den konzeptbetonten Catwalk-Tänzen von Trajal Harrell, die sich um Tanz und Mode, Körper und Kleidung drehen – und durchaus schräg zugeschnitten daherkommen. So verließ in Harrells ers-ter «Tanz im August»-Aufführung von «Antigone Sr.», Teil seiner «Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church»-Serie, der halbe Saal den Ort des Geschehens...

Louis Stiens

Ich finde es schwierig, den Begriff «Heimat» mit meiner Arbeit, dem Tanz, in einen Kontext zu stellen. Anders als viele meiner Kollegen lebe und arbeite ich von klein auf in meiner sogenannten Heimat Deutschland. Andere Tänzer müssen ihre Heimat immer wieder neu definieren, weil sie viel reisen oder den Standort berufsbedingt wechseln. Ich dagegen habe mich ganz...