Ausbilden - Die Eliteschule
Vor drei Jahren machte Nicole Chirpaz in Paris Furore – als Choreografin und Regisseurin einer spektakulären Revue für das berühmte Cabaret Bobino. Damit forderte das Theater die Shows des Moulin Rouge und des Lido heraus. Für Nicole Chirpaz war es eher ein Seitensprung. Ein erfolgreicher. Im Hauptberuf unterrichtet sie junge Tänzer. Mit Leidenschaft. Schon 1973 eröffnete sie in Paris eine Tanzschule, mitten im Ausgehviertel der Grands Boulevards, unweit der Opéra Garnier.
Von Anfang an ging es ihr um die Möglichkeit, dass angehende Tänzer gleichzeitig im staatlichen Schulsystem das Abitur ablegen und den Beruf des Tänzers erlernen können. Académie Internationale de la Danse nannte sie ihre Kurse, die im Grand Rex stattfanden, einem Club, der heute in der Nacht sein Geld scheffelt: ein historischer, als Traumfabrik dekorierter Kinosaal. «Damals waren das die Tanzstudios, in denen sich Kandidaten auf Prüfungen des Ballet de l’Opéra vorbereiteten. Große Ballerinen wie Yvette Chauviré nutzten die Räume zu Proben», sagt Chirpaz, eine Persönlichkeit, eine Grande Dame, die mit Rudolf Nureyev befreundet war und ihn bei seiner Übersiedlung nach Paris unterstützte.
Chirpaz ist die Tochter ...
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Tänzer. Ein Metier für Körper, Geist und alle Sinne. Kunst und Handwerk. Unerklärliche Berufung und harte körperliche Arbeit. Wer den «Beruf: Tänzer» ergreift, ist in jedem Fall: ein Überzeugungstäter. Nach einer langen, fordernden, hochspezialisierten Ausbildung muss man den Sprung auf die Bühne erst noch schaffen. Einmal dort, ist mit geregelten Arbeitszeiten so...
Zweifel waren schon immer ihre Begleiter. Tänzerin – das ist doch kein richtiger Beruf, flüsterten sie ihr ein, als Britta Wirthmüller mit 13 Jahren zur Bühne wollte. Eigentlich hätte sie eine Tierhandlung aufmachen oder Tierärztin werden wollen. Nach dem Abitur, als sie tatsächlich eine Ausbildung an der Palucca Schule in Dresden antrat, kamen die Zweifel erneut,...
Brest, Bretagne, Dezember 2006
Das Ballett der Opéra de Lyon gastiert. Die deutsche Austauschschülerin Alma Toaspern aus Leipzig sitzt in Reihe drei und ist elektrisiert. «Limb’s Theorem» von William Forsythe. Bei Google und YouTube forscht sie nach dem Choreografen, von dem sie noch nie etwas gesehen, geschweige denn gehört hat. «Aber ich wollte die ganze Zeit mit...
