One Shared Object. Profit and Loss

Martin Nachbar, Marthe Pisani: «Profit and Loss»

Tanz - Logo

Wenn Kinder spielen, wirken sie wie ernsthafte Arbeiter. Sie lauschen mit sämtlichen Sinnen. Im Tanz nennt man diesen wachen, leuchtenden Zustand Präsenz. Martine Pisani und Martin Nachbar, die Französin und der Deutsche, verbindet nicht nur ihr Vorname, sondern die Lust am ernsthaften Spiel, am Zauber des Zufälligen in der Struktur eines strengen Regelwerks, in dem es Gewinner und Verlierer gibt und – na klar – Ent- und Verwicklungen. Gefördert von «Tanzplan» entstand während einer Residenz in der fabrik Potsdam ein launiges Team-Work: «One Shared Object. Profit and Loss».

Bei den Potsdamer Tanztagen durfte es eine prachtvolle Riesenbühne des Hans-Otto-Theaters in der Schinkelhalle tanztauglich einweihen. Was die acht Akteure gewinnen oder verlieren, was sie bewegt, umtreibt, in Aufruhr bringt, bleibt bis zuletzt rätselhaft. Was wir erleben und mit eigenen Interpretationen einzingeln, ist die Arbeit an einer kollektiven Collage nach Muster des surrealistischen Spiels «Cadavre Exquis». Jeder kennt das: Ein Papier wird herumgereicht – einer zeichnet den Kopf, der Nächste den Hals, den Rumpf, aber weil das Papier immer wieder gefaltet wird, sieht der Nachbar nur die letzten Striche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2009
Rubrik: Kalender, Seite 80
von Irene Sieben

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das liebe Geld

100 Millionen fließen aus dem Konjunkturpaket II in die Kultur. Nur bei der Kunst kommt nichts an. Konjunkturpakete sind das Verdienst derjenigen, die man in Deutschland etwas geringschätzig «Lobbyisten» nennt. Man sollte sie nicht unterschätzen. Die Höhe der Agrarsubventionen legen nicht nur Politiker fest. Die Abwrackprämie ist keine Erfindung der Kanzlerin,...

Sinn für Richtung

Sinn für Richtung. Oder Wissen um die Richtung? Auch Wesen der Regie. «A sense (essence) of direction» ist mehrdeutig. Für Choreografen und Lebenskünstler formuliert der Satz ein Überlebensprinzip. Doppelsinnige, dialektische, irreführende und Markierungen setzende Botschaften adressieren Thomas Plischke und Kattrin Deufert an die Zuschauer in ihrer auf Kampnagel...

Bücher

Bücher die Tänzer interessieren, sind oft gar nicht für Tänzer geschrieben. Sie tragen Namen wie Teaching Classical Ballet, doch für eingefleischte Ballettlehrer wirken sie eher wie Handbücher für Neueinwanderer oder Haftentlassene. From scratch, zu nah am Allerselbstverständlichsten, schreibt John White, ein Ballettpädagoge kubanisch-russischer Schule, als dass...