am limit
Es gibt ihn, den «guten Schmerz». Man nennt ihn auch den «ehrgeizigen Schmerz». Er zeigt an, wann man Grenzen überwindet, der Körper zu neuen Ufern aufbricht, alte Routinen ersetzt werden, neue Erfahrungen entstehen. Fast jeder Tänzer ist besessen von solcher Schmerzerfahrung. Sie verschiebt das Limit der Belastbarkeit. Sie zeigt, dass man besser wird. Sie ist das tägliche Brot im Ballettsaal. Von dieser heißen Phase der Eroberung einer neuen Bewegung bis zum Ermüdungsbruch ist es nur ein winziger Schritt. Den tat Peter Lewton-Brain als Tänzer in Monte Carlo.
Von einer Sekunde auf die andere wurde er zum Künstler, der «gleichsam nicht mehr existierte», schreibt er ab Seite 66. Ein kaum erträglicher Schmerz raubte ihm die alte Karriere. Die neue begann er damit, den Kollegen nicht als Besserwisser auf die Nerven zu gehen, der darüber doziert, wie man Unfälle vermeidet: «Das Leben mit einem Quäntchen Gefahr ist nun mal weitaus reizvoller.»
Gefahr lauert ständig auch in der Politik. Kathryn Bennetts sah ihr oft ins Gesicht, erlebte die Abwicklung des Ballett Frankfurt und das Ende des selbstständigen Koninklijk Ballet van Vlaanderen in Antwerpen. Auch das sind Schmerzgrenzen (Seite ...
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Tanz Mai 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
von
im juni: grenzgänger_________
Geografisch ist die Ukraine die Pufferzone der unerledigten Ost-West-Beziehungen. In Europas größtem Flächenland wurde Vladimir Malakhov geboren, der im Juni seinen Abschied vom Staatsballett Berlin feiert. Auch der Russe Alexei Ratmansky wuchs in Kiew auf und zählt heute zu den gefragtesten Choreografen zwischen Moskau und New York....
«Exactly.» Das Lob geht Edward Clug leicht über die Lippen. Immer wieder fällt das Wort, während er – unter den Augen eines großen Cranko-Fotos – völlig unverkrampft fürs Stuttgarter Ballett ein neues Stück erarbeitet. Noch ist es im Entstehen. Noch weiß der 40-Jährige nicht, wo es ihn am Ende einmal hinführen wird. Aber die Art und Weise, wie Friedemann Vogel und...
Faust deklamiert seine Seelennot in niederländischer Sprache. Bis putzige Wesen mit schwarzer Fellperücke geisterhaft durch die Düsternis seines Studierzimmers huschen. Aus einer dieser Larven schält sich ein smarter Glatzenmann, der dem alternden Denker nun in antiquiertem Englisch antwortet. Ein Pakt wird geschlossen, und der wendige Anzugträger reibt sich...
