am limit
Es gibt ihn, den «guten Schmerz». Man nennt ihn auch den «ehrgeizigen Schmerz». Er zeigt an, wann man Grenzen überwindet, der Körper zu neuen Ufern aufbricht, alte Routinen ersetzt werden, neue Erfahrungen entstehen. Fast jeder Tänzer ist besessen von solcher Schmerzerfahrung. Sie verschiebt das Limit der Belastbarkeit. Sie zeigt, dass man besser wird. Sie ist das tägliche Brot im Ballettsaal. Von dieser heißen Phase der Eroberung einer neuen Bewegung bis zum Ermüdungsbruch ist es nur ein winziger Schritt. Den tat Peter Lewton-Brain als Tänzer in Monte Carlo.
Von einer Sekunde auf die andere wurde er zum Künstler, der «gleichsam nicht mehr existierte», schreibt er ab Seite 66. Ein kaum erträglicher Schmerz raubte ihm die alte Karriere. Die neue begann er damit, den Kollegen nicht als Besserwisser auf die Nerven zu gehen, der darüber doziert, wie man Unfälle vermeidet: «Das Leben mit einem Quäntchen Gefahr ist nun mal weitaus reizvoller.»
Gefahr lauert ständig auch in der Politik. Kathryn Bennetts sah ihr oft ins Gesicht, erlebte die Abwicklung des Ballett Frankfurt und das Ende des selbstständigen Koninklijk Ballet van Vlaanderen in Antwerpen. Auch das sind Schmerzgrenzen (Seite ...
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Tanz Mai 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Anfangs droht eine junge Frau in den Fluten eines reißenden Stroms zu versinken. Wir sitzen oder stehen direkt davor, am linken und am rechten Ufer. Gern würden wir ihr Beistand leisten, sie vor dem Ertrinken bewahren. Doch die Konventionen des Theaters sprechen dagegen. Das Mädchen kämpft. Wir bleiben hilflos. Ihr Tod ist gespielt, ihre Nacktheit echt. Der Fluss,...
_____deutschland
On tour
Cedar Lake Contemporary Ballet aus New York tanzt «Orbo Novo» von Sidi Larbi Cherkaoui: Schweinfurt, Theater der Stadt, 10., 11. Mai; «Grace Engine» von Crystal Pite, «Tuplet» von Alexander Ekman und «Necessity, again» von Jo Strømgren: Fürth, Stadtheater, 15.–18. Mai; Bonn, Theater, 22. Mai; «Violet Kid» von Hofesh Shechter, «Tuplet» von...
Kathryn Bennetts, Stuttgart haben Sie als Tänzerin erlebt. Zu Forsythe-Zeiten waren Sie Ballettmeisterin in Frankfurt. 2005 gingen sie als Direktorin ans Koninklijk Ballet van Vlaanderen in Antwerpen. Drei unterschiedliche Städte, drei unterschiedliche Kompanien, drei unterschiedliche Positionen, die zwangsläufig ganz unterschiedliche Erfahrungen ermöglichten –...
