seid stolz

2010 opponierte Kathryn Bennetts als Direktorin des Koninklijk Ballet van Vlaanderen öffentlich gegen eine Fusion mit der Oper. Vergeblich, also räumte sie ihren Posten – und macht trotzdem weiter Front gegen die politische Marginalisierung des Tanzes. Warum, das erzählt sie Hartmut Regitz

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Kathryn Bennetts, Stuttgart haben Sie als Tänzerin erlebt. Zu Forsythe-Zeiten waren Sie Ballettmeisterin in Frankfurt. 2005 gingen sie als Direktorin ans Koninklijk Ballet van Vlaanderen in Antwerpen. Drei unterschiedliche Städte, drei unterschiedliche Kompanien, drei unterschiedliche Positionen, die zwangsläufig ganz unterschiedliche Erfahrungen ermöglichten – nicht zuletzt auch im Umgang mit der Politik und den Politikern.
In Stuttgart habe ich davon kaum etwas mitbekommen.

Ich erinnere mich nur an die gelegentliche Anwesenheit des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth und ein entspanntes Miteinander, das man nur als gegenseitige Hochachtung charakterisieren kann. Politik erfolgte eher aus dem Hintergrund heraus, auch wenn ich mit Späth ein paar Worte gewechselt habe. Man hatte immer das Gefühl, unterstützt zu werden. Kein Wunder: Die Kompanie hatte Erfolg, und es gab genug Geld. So viel, dass es eigentlich kein Thema war. Man denke nur daran, was die «Kameliendame» von John Neumeier und Jürgen Rose seinerzeit gekostet hat.

Sie haben von der Einflussnahme durch die Politik deshalb nichts gespürt, weil Sie vor dem Ende des Engagements von Márcia Haydée ...

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Tanz Mai 2014
Rubrik: ideen, Seite 60
von Hartmut Regitz

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