adoptivtochter zions
Der Februar 1933 war ein Monat unheilverkündender Ereignisse in Deutschland: Im Reichstag hält Adolf Hitler seine erste Ansprache an die Nation, Hermann Göring zieht 55.000 SA-Mitglieder zur Bildung einer offiziellen Hilfspolizei heran, wenig später wird das erste Konzentrationslager errichtet. Zur selben Zeit findet in Jerusalem am Sonntag, dem 26. Februar 1933 ein «Dance Ball» statt. Organisatorin ist die angesehene Tänzerin und Tanzpädagogin Friedl Braur.
Dieser «Ball» – so die damals geläufige Bezeichnung für Ballett-Aufführungen – wurde in mehreren lokalen Zeitungen lobend erwähnt und besprochen. Tatsächlich wurde Friedl Braur schon zwei Jahre zuvor von der Lokalpresse gepriesen. So schrieb Wolfgang von Weisl am 8. Februar in der Tageszeitung «Doar Hayom» («The Daily Mail»): «Ballett-Aufführungen in Eretz Israel sind meist schwache Veranstaltungen. Ich glaube, ich habe in diesem Jahr zwei besucht und verspüre wenig Lust, noch weitere zu sehen. Die Ballettaufführung zugunsten der Kinderhilfe allerdings war das Eintrittsgeld wert. Nicht so sehr wegen der Tänzer, aber dank der Darbietung von Shulamit Breuer [sic], der Mary-Wigman-Schülerin, der größten Tänzerin unserer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2014
Rubrik: traditionen, Seite 80
von Liora Bing-Heidecker
Es gibt sie in acht Größen, Trajal Harrells Serie «Twenty Looks or Paris is Burning at the Judson Church». Das teilt der Choreograf zu Beginn der Vorstellung seinem Publikum mit und kündigt «Antigone Sr.» als Large-Version an. Es gibt also auch kleinere Ausgaben, eine XL-Fassung sowie eine mit individuellem Zuschnitt. Harrell betreibt diese clevere...
Sogar die vier feuerroten Theatervorhänge, die streng hintereinander hängen, sind erschöpft. Sie öffnen und schließen sich wie müde Augen. Ihre Schlitze hängen schräg im Raum, geben den Blick frei auf die acht Performer: lauter Blindgänger. Sie gehen ohne Augen. Eine schlafwandelt in rosaroter Kleidung. Eine hebt am Ende ihrer Kräfte die Wasserflasche, führt sie...
Es gibt kein Ende. Immer neue Recherchen zeigen, wie Tanz und Musik sich neu begegnen können. Wenn sie sich dabei noch gegenseitig überraschen, umso besser! Die junge Maud Le Pladec schickt sich an, bei dieser Art von Rendezvous den Ton anzugeben. Ihre Ouvertüre spielte sie vor vier Jahren, außerordentlich erfolgreich. «Professor» hieß das männliche Trio zu...
