zwei welten
«Was ist das treffende Wort für William Forsythes ‹I don’t believe in outer space›? Schrecklich? Entsetzlich? Einigen wir uns auf abscheulich», schrieb Robert Gottlieb letzten November im «New York Observer». «In welcher Welt lebte John Neumeier, als er 1978 diesen reaktionären, rührseligen Blödsinn schuf? », fragte Claudia La Rocco in der «New York Times» vergangenen Juni nach der «Kameliendame».
«Dann kam der Absturz mit Jiří Kyliáns Straßensammler-Repertoire, das die Eingeweide zerquetschte mit seinen musikalischen Brutalitäten», so schilderte Clement Crisp 2006 in der «Financial Times» die Geschichte des Nederlands Dans Theater. Und seine nicht minder berühmte Kollegin Arlene Croce erklärte 1984 Pina Bausch zu «einer Unternehmerin, die die Theater mit Projektionen ihrer selbst und ihres Selbstmitleids füllt». Die langjährige Ballettkritikerin des Wochenmagazins «The New Yorker» gilt auch als diejenige, die das Wort «Eurotrash» in der amerikanischen Tanzkritik etabliert hat.
Europäische Choreografen haben es schwer den USA, und das schon seit drei, vier Jahrzehnten. Ohne Ansehen ihrer Herkunft, ihrer Berühmtheit und vor allem ihres Stils trifft es fast alle ‒ vom dramatischen ...
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Tanz Januar 2012
Rubrik: ideen, Seite 62
von Angela Reinhardt
TV
3sat, www.3sat.de
4. Febr., 20.15h: «Alonzo King Lines Ballet»: Aus Alonzo Kings Repertoire werden zwei Choreografien gezeigt, die in San Francisco 2011 aufgezeichnet wurden: «Scheherazade» und «Triangle of the Squinches»
arte, www.artepro.com
7. Jan., 1.20h: «Der Nussknacker», Ch.: Aaron S. Watkin, Semperoper Ballett, Dresden, D 2011
7. Jan., 17.30h: «Metropolis»...
Die Märchenerzähler unter den Choreografen sind rar geworden. In Dortmund versucht einer, die Narration auf der Ballettbühne zu reanimieren. Xin Peng Wang will im Ruhrpott eine Geschichtenenklave für den Tanz positionieren und sich so vor allem gegen den starken Konkurrenten in Düsseldorf/Duisburg, Martin Schläpfer, profilieren. Mit Christian Baier hat man hier...
Am Ende dieses Dreierprogramms kullert die leichte Muse herbei: Die Wiesbadener Tänzer geben sich in Kleidern und Kniebundhosen und mit staubenden Perücken der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts hin, in «Sechs Tänze», Jiří Kyliáns Evergreen von 1986.
Hurtiges Tempo bei kleinstteiliger Präzision kennt man auch von Stephan Thoss. Als nehme er sich die Partygesellschaft...
