Wer war Veronika Blumstein?

Besser gefragt: Wie kann im Namen einer frei erfundenen Künstlerin die Postmoderne im Tanz fortgeschrieben werden?

Tanz - Logo

Trisha Brown in München, Yvonne Rainer in Wien, Deborah Hay in Paris und Robert Rauschenbergs Werke gleich an mehreren Orten: die Postmoderne ist so präsent wie lang nicht mehr. Weil sich aber zeitgleich der Zeitgeist immer konservativer gebärdet, sind die Öffnung der Werkformen, der interdisziplinäre Charakter der Arbeit und die Sensibilisierung für den sozialen Kontext der Kunst aktueller, als eine Mehrheit wahrzunehmen bereit ist.

Auch bei «Moving Exils», einem dreitägigen Festival «für Erfindung und Choreografie» mit Aufführungen, Workshops, Lecture Performances, Filmen, Diskussionen und der Gründung einer neuen Künstlergruppe, der Veronika Blumstein Group, bilden die 1960er und 70er Jahre, die Zeit der Entstehung der Performancekunst, genau diesen Bezugspunkt. Doch ging es in der Bremer Schwankhalle weniger um die Rückholung als um die Fortschreibung der Ideen, um einenRaum für unterschiedliche Ästhetiken, aber auch der klaren Anliegen: Positionen zu beziehen und Inhalte zu formulieren.

Veronika Blumstein aus Jagniatków

Die Namensgeberin ist allerdings abwesend, weil sie eine Erfindung ist. Erdacht wurde Veronika Blumstein im letzten Jahr im kleinen Ort Jagniatków im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2006
Rubrik: Tanzkunst, Seite 54
von Edith Boxberger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Heilige Tanzstätten

Ja, es gibt eine Wiederkehr des Schönen. Des Glaubens. Des Religiösen. Die etab­lierten Kirchen schlagen Alarm. Jugendliche gründen ihre eigenen Gemeinden, in denen sie mit Musik und Tanz die Liebe finden wollen, die ihnen die Gesellschaft versagt. Pop-Ikonen wie Cat Stevens verkünden einen Islam, der mit dem Islam der Medien nichts zu tun haben soll. Vor dreißig...

Philippe Saire

Philippe Saire ist ein wandelnder Widerspruch. Zusammen mit Gilles Jobin und Guilherme Botelho zählt er zu den bekanntesten Schweizer Choreografen. Doch wenn man ihn über seinen Weg zum Tanz befragt, erklärt er gelassen, dass er genauso gut Filmemacher hätte werden können; es sei nur einer Reihe von Begegnungen und überhaupt den Umständen zu verdanken, dass er sich...

Ich bin Christ

«Wer nicht tanzt, kennt den Weg des Lebens nicht.» So zitiert John Neumeier aus dem Hymnus Christi «Flöten will ich, tanzet alle» – überliefert in den apokryphischen 1. Johannesakten, mit denen Jesus beim Abendmahl seine Jünger zum Tanz auffordert – im Programmbuch zur «Matthäus-Passion» bei den Hamburger Ballett-Tagen 1981. Ein Wegsuchender ist er in über dreißig...