Philippe Saire
Philippe Saire ist ein wandelnder Widerspruch. Zusammen mit Gilles Jobin und Guilherme Botelho zählt er zu den bekanntesten Schweizer Choreografen. Doch wenn man ihn über seinen Weg zum Tanz befragt, erklärt er gelassen, dass er genauso gut Filmemacher hätte werden können; es sei nur einer Reihe von Begegnungen und überhaupt den Umständen zu verdanken, dass er sich dem Tanz verschrieben habe. Gleiches gilt in seinen Stücken. Mit seiner Kompanie, deren 20.
Geburtstag er gerade feiert, geht er Themen an wie Gewalt («Les Affluents», 2001), Pornografie («[ob]seen», 2003) oder das Gefühl der Bedrohung im städtischen Raum («Sang d’encre», 2005). In Wahrheit ist Saire die Gelassenheit und Freundlichkeit selbst. Man kann noch so sehr bohren und ihn noch so hartnäckig befragen, nie verliert er seine Ruhe, immer gibt er mit einem Lächeln aufschlussreiche Antworten. Auch seine Arbeitsweise ist von Widersprüchen geprägt. Seine Stücke scheinen wie auf Notenpapier gesetzt und leuchten minutiös alle Facetten einer Thematik aus; der Entstehung solcher Arbeiten müsste eigentlich ein ausgeschriebenes Skript zugrunde liegen. Doch schon seit mehreren Jahren lässt Philippe Saire seinen Tänzern und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
A few months ago, at a time when I was particularly exhausted from the recurring insolvency of my free-lance dancer lifestyle, I thought I had been granted a little monetary relief through an act of divine intervention. I was standing on the subway platform waiting for the downtown A train and absent-mindedly flipping through AmNewYork. Just a moment before I had...
When a very talented Australian dance company recently asked me to elaborate on the “very juicy carrot” of the possibility of international co-productions I had dangled before them, I admit I felt a pang of guilt at having mentioned something that could perhaps take years to achieve. On the other hand, it is not entirely impossible. But why do companies want to...
«Wer nicht tanzt, kennt den Weg des Lebens nicht.» So zitiert John Neumeier aus dem Hymnus Christi «Flöten will ich, tanzet alle» – überliefert in den apokryphischen 1. Johannesakten, mit denen Jesus beim Abendmahl seine Jünger zum Tanz auffordert – im Programmbuch zur «Matthäus-Passion» bei den Hamburger Ballett-Tagen 1981. Ein Wegsuchender ist er in über dreißig...
