Wagner Carvalho
DIE RHYTHMUSSTÖRUNG. Die verschiedenen, in Berlin lebenden Kulturen lassen mich an den Ort meines Aufbruchs und meiner konstanten Rückkehr denken: Brasilien. Die Überquerung des Atlantiks verläuft normalerweise schnell, aber die Landung ist immer langsam, sie erfordert nach der Ankunft Konzentration und große Vorsicht.
DIE BEGEGNUNG fordert neue Parameter der Analyse, damit die Klischees mit neuen Bedeutungen belegt und gesprengt werden können.
Normalerweise blühen bei dieser Bewegung des Kommens und Gehens persönliche und professionelle Konflikte auf, was den Alltag dynamisch aufmischt und das Leben bunt färbt.
Aber immer gibt es eine Erwartungshaltung: WER VERSPEIST WEN? Ich denke an Oswald de Andrade: «Nur die Anthropophagie vereint uns. Gesellschaftlich. Wirtschaftlich. Philosophisch. Einziges Gesetz der Welt. Maskierter Ausdruck aller Individualismen. Aller Kollektivismen. Aller Religionen. Aller Friedensverträge. Tupi or not Tupi that is the question».
Der liberale Diskurs, dass die «kulturelle Vielfalt» vor der Tür steht, durchdringt die sozialen Beziehungen in Berlin und sorgt dafür, dass das Verständnis von Austausch eine doppelte Bedeutung erhält, aber doch nur eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Allan Kaprow (1927 – 2006) dürfte einer der einflussreichsten und gleichzeitig einer der unbekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts sein. Kaprow, ein Schüler des abstrakten Expressionisten Jackson Pollock, hat in den 1950ern eine neue Kunstgattung erfunden und den durchschlagenden Namen gleich mit: das Happening. Die Definition ist so simpel wie unwiderlegbar:...
Der Solist der Ballets Jooss starb am 24. September, wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag – bis dato noch immer aktiv in seinem Centro de Danza Espiral in Santiago de Chile. Er leitete das Nationalballett Chile, bevor er 1972 in die DDR emigrierte und zehn Jahre lang als Dozent und Choreograf der Palucca Schule Dresden arbeitete. Dort inspirierte er viele...
Bin ich eine Person? Vielleicht bin ich deren zwei, vielleicht keine. Fragt Richard Siegal, robbt und reibt sich. Und je intensiver er sich an sich selber reibt, umso mehr soll ihn das wohl vor den Blicken der Zuschauer schützen. «Stranger/ Stranger Report» wäre nicht mehr als eine weitere dieser Brainstorming-Performances mit Kapuze, Motorradhelm und Monitoren,...
