Patricio Bunster
Der Solist der Ballets Jooss starb am 24. September, wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag – bis dato noch immer aktiv in seinem Centro de Danza Espiral in Santiago de Chile. Er leitete das Nationalballett Chile, bevor er 1972 in die DDR emigrierte und zehn Jahre lang als Dozent und Choreograf der Palucca Schule Dresden arbeitete. Dort inspirierte er viele Choreografen wie Birgit Scherzer, Irina Pauls, Mario Schröder. Auch mich.
Auf viele, die Bunster bei seiner Arbeit erlebt haben, machte seine Mischung aus Intellekt und Natürlichkeit nachhaltigen Eindruck.
Seine Lust, Ernsthaftigkeit und Überzeugungskraft waren beispielhaft. Tanz als völlig offene Frage darzustellen, nötigte uns, dazu etwas beitragen zu müssen. So forderte er uns auf, «in Bewegung zu denken». Nichts sei tot und drohe im «Akademismus» zu ersticken, solange wir Erkenntnisse nicht mindestens einmal verwerfen oder für uns selbst neu definieren. Wissen sei etwas, dass nicht in der Wiederholung bekannter Modelle wohnen dürfe. Wenn sich Ballett nur durch Ballett inspiriere, bleibe es auf dem Niveau einer Gebrauchsanweisung.
Patricio hasste den Spiegel. Einmal explodierte er geradezu, als er uns beim Üben dabei ...
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