Rettet den Striptease
Wenn Universitätsprofessoren sich für eine Kunstform interessieren, ist das ein Zeichen dafür, dass sie ziemlich tot ist. Wenn eine Form der Unterhaltungsindustrie im Sterben liegt, dann hat sie eine Notrufnummer: Call an artist! Gleich im Sechserpack. Rettet den Striptease! Die Kunst hat auch sonst schon stillgelegten Fabrikhallen und Kirchen neues Leben eingehaucht. Auch die Stripperinnen selbst zweifeln an der Zukunft ihres Metiers. Der männliche Kunde bringe die Geduld nicht mehr auf, die Hüllen so langsam fallen zu sehen. Trieb bedeutet schneller Konsum.
Erotik kapituliert vor der Pornografie.
«Zumindest in Belgien ist das so», sagt Dirk Pauwels von der belgischen Theatergruppe Victoria, der die Idee zu «Nachtschatten» (Nightshade) hatte und das Ereignis produzierte. Warum sollte Belgien eine Ausnahme sein? Stirbt der Striptease, steht die professionelle Stripperin am Scheideweg. Entweder wird sie Kellnerin oder Künstlerin. Sechs Stripperinnen und ein Stripper stehen in «Nachtschatten» auf der Bühne, gecoacht von der choreografischen Avantgarde aus Belgien, Italien und Portugal, von Alain Platel und Wim Vandekeybus bis Vera Mantero und Caterina Sagna über Johanne Saunier, ...
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Erwachsene haben es gut. Sie kennen schon alles. Und was sie nicht kennen, interessiert sie nicht. Wäre das die Haltung von Schülern, die meisten würden 24 Stunden Playstation-Action mit beiden Daumen wegdrücken, aber bloß nicht ihren Arsch, geschweige denn ihr Bein hochkriegen. Gut, dass es Erwachsene gibt, die nicht länger zusehen können, wie ihre Kinder mit...
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