Von wegen exklusiv
Wie leicht, wie oft entfährt sie uns, die Rede vom Besonderen, Herausgehobenen, Unvergleichlichen. Diese hochgejazzte Floskelsprache der Superlative, die, wenn nicht das Beste, Schönste, Wahrhafteste, so mindestens das Unterhaltsamste, Köstlichste, Abgefahrenste verheißt. Wie der Abend- und Morgenstern vom grauen Firmament soll sich das glitzernde Lametta eines Jargons abheben, dem es vor allem um eines geht: Sichtbarkeit herzustellen, Leuchtsignale zu setzen im unermesslich anschwellenden Strom der Bilder und Zeichen.
Allein, wenn Sinn und Bedeutung der Wörter nurmehr am Goldlack haften, der sie überzieht, verlieren sie ihre distinktive Kraft – und mit ihr die Fähigkeit, präzise eben jene eine Sache zu bezeichnen, die uns zu verführen, zu überraschen, in Bann zu schlagen verspricht wie sonst kaum etwas.
Festspiele zum Beispiel. Der Boom der Festivalkultur hat viel mit dem Bedürfnis nach Außergewöhnlichem zu tun, nach gemeinsamer Erfahrung, die dem Alltag mit seinen Zwängen und Routinen, den Zumutungen des verwalteten Lebens enthoben ist. Foren der Anschauung, des Feierns, der Kontemplation waren sie bereits im alten Ägypten und im antiken Griechenland. Was damals als kultische ...
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Tanz Juli 2019
Rubrik: Ideen, Seite 46
von Albrecht Thiemann
Katja Schneider tritt die neue Tanzwissenschaftsprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt an und unterrichtet in den Studiengängen Bachelor Tanz und Master Contemporary Dance Education. Die promovierte Theater- und Literaturwissenschaftlerin war stets übers Akademische hinaus aktiv, etwa als Tanzjournalistin und Redakteurin des...
Jean-Hugues Assohoto, mal wird Ihr Unterricht mit «zeitgenössisch» gelabelt, mal mit «modern». Was ist für Sie der Unterschied?
Viele Veranstalter sehen zeitgenössischen Tanz eher improvisations- denn technikbasiert. Aber obwohl es bei mir ganz konkret um die Frage geht, wie man Bewegungen technisch beherrscht, sehe ich mich als Lehrer im Zeitgenössischen.
Sie...
tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Mitarbeit: Sofie Goblirsch, Marc Staudacher
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