Upswing «Showdown»
Der Fußball hat Jérôme Boateng, der Schlager hat Roberto Blanco. Was hat der Zirkus? Auf jeden Fall keine Stars, die man auf der Straße erkennt, auch wenn man sich für das Genre gar nicht interessiert. Also konstruiert man sich Stars. Und wie macht man das? Mittels einer Castingshow namens «Showdown», in der sich sieben Artist*innen verausgaben. Behauptet zumindest Vicki Dela Amedume vom britischen Neuer-Zirkus-Ensemble Upswing mit dem gefakten Finale dieser Show.
Es treten gegeneinander an: ein Kraftprotz (Francisco Hurtado).
Ein Streber, der ein bisschen zu sehr von seiner Großartigkeit überzeugt ist (Jimmy Wong). Eine Sympathieträgerin, die kaum Gewese darum macht, dass ihr alles gelingt (Rebecca Solomon). Ein Choleriker, der seine geringe Frustrationstoleranz kaum in Griff behält (Rafiq Ffinch-Shah). Alle mit ihren Eigenarten, alle mit beeindruckenden Fähigkeiten bei Luftakrobatik, Schleuderbrett und Cyr Wheel, alle mit dem Mut, nicht immer nett sein zu wollen. Wobei das Format Castingshow einem bei aller behaupteten Harmonie die Nettigkeit ohnehin austreibt – dass es hier um knallharte Konkurrenz geht, ist in «Showdown» von vornherein klar, und der freundschaftliche Knuff nach ...
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Tanz April 2024
Rubrik: Zeitgenössischer Zirkus, Seite 51
von Falk Schreiber
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