Sidestep 4/24
Newcomerin
Micaela Taylor
Ich bin zu Gast bei einer Probe des Ballet BC in Vancouver: Barfuß, in glänzender Jogginghose und mit Basecap beobachtet Micaela Taylor die Tänzerinnen und Tänzer im Studio. Die 30-Jährige ist es längst gewöhnt, dabei zuzusehen, wie sich die von ihr kreierten muskulösen, oft ruckartig stotternden Schritte und Rhythmen in tanzenden Körpern manifestieren. Taylors Heimatstadt ist Los Angeles. Hier wurde sie geboren, hier wuchs sie auf, hier gründete sie 2016 ihre Kompanie The TL Collective (TL steht für «To Love»).
Und hier ernannte die Kompanie BODYTRAFFIC sie 2022 zu ihrer ersten Artist in Residence.
Langsam aber sicher beginnt sich Taylor unterdessen auch außerhalb Nordamerikas einen Namen zu machen. In den zurückliegenden Jahren hat sie Stücke für Rambert 2 («Home»), Acosta Danza («Performance») und Nederlands Dans Theater 2 («Lights, Camera, Dismantled») choreografiert. Ihr Bewegungsvokabular ist ein athletischer Mix aus Hip-Hop, Gaga und Ballett. Auch Spurenelemente der von ihr verehrten Crystal Pite lassen sich in den pulsierenden Körpern ihrer Solound Ensemble-Kreationen ausmachen. Taylor setzt zudem gerne Gesichter als Ausdrucksmittel ein und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2024
Rubrik: Side step, Seite 16
von
Micaela Taylor watches the dancers from under the brim of her baseball cap, dressed in sleek sweats, barefoot. At 30 years old, the quietly spoken American is used to putting her muscular, often stuttering steps and rhythms into the bodies of her collaborators—this time, in the rehearsal I watched in Vancouver, Canada, the dancers of Ballet BC.
Los Angeles, though,...
das sind meine Pronomina und immer öfter nenne ich sie direkt dazu, wenn ich mich jemandem vorstelle. Das zu normalisieren, gibt trans Personen sowie Menschen, die sich außerhalb eines binären Geschlechtersystems verorten, die Chance, sichtbar zu werden und unangenehme Korrekturen oder Aufklärungsgespräche zu vermeiden. So weit, so einleuchtend. Aber warum ist das...
Der Fußball hat Jérôme Boateng, der Schlager hat Roberto Blanco. Was hat der Zirkus? Auf jeden Fall keine Stars, die man auf der Straße erkennt, auch wenn man sich für das Genre gar nicht interessiert. Also konstruiert man sich Stars. Und wie macht man das? Mittels einer Castingshow namens «Showdown», in der sich sieben Artist*innen verausgaben. Behauptet zumindest...
