Ungarn

Die freie Szene ist unter der autoritären Fidesz-Regierung in ihrer Existenz bedroht

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Wer mitbekommen hat, dass im zurückliegenden Frühjahr in Ungarn die 10. Internationalen Theatre Olympics mit einem Budget von umgerechnet 18 Millionen Euro stattfanden, unter anderem mit Peeping Tom und Dimitris Papaioannou, könnte meinen, für den Tanz liefe alles bestens im Land. Doch im Frühsommer betrauerte die zeitgenössische Szene auf einer Protestveranstaltung das Ende eines langwierigen Prozesses, der, wie üblich, bei der Regierung auf taube Ohren stieß.

Grund für die Proteste war der Umstand, dass unabhängige Performer*innen und Kompanien, die (auch) auf dem Feld des zeitgenössischen Tanzes zahlreich vertreten sind, keinerlei finanzielle Unterstützung seitens der dafür vorgesehenen Stellen erhalten haben. Regierungstreue Künstler*innen dagegen kamen in den Genuss von insgesamt umgerechnet 27 000 Euro.

Während zeitgenössische Kompanien, die ihren Tänzer*innen feste Gehälter zahlen, alles andere als die Regel sind, ist die Hoffnung auf ein Überleben auf pseudo-projektbasierter Ebene inzwischen gänzlich geplatzt. Ohne internationale Kontakte ist der Fortbestand des ungarischen zeitgenössischen Tanzes buchstäblich unmöglich geworden. Im autoritär regierten Ungarn «verdienen» ...

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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: Parkett international, Seite 164
von Noémi Herczog

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