Ukraine
Eine treibende Kraft innerhalb der Community ist und bleibt der Wohltätigkeitsgedanke. Viele freie Künstler*innen beteiligen sich aktiv und freiwillig an Veranstaltungen zur Unterstützung des Militärs und der Zivilbevölkerung. Andere Performances lassen Teile ihrer Einnahmen oder auch mal den gesamten Erlös den Streitkräften zukommen. Unter den Kunstschaffenden hat der Krieg das Einigkeitsgefühl und den Willen zur Kooperation gestärkt und dazu geführt, dass bisher separate Mikro-Communities zusammengerückt sind.
Die Zusammenarbeit zwischen unabhängigen Tänzer*innen aus verschiedenen Städten – etwa jüngst die Partnerschaft zwischen dem «KharkivMusicFest» und Sasha Waltz & Guests – stehen exemplarisch für die Kraft, die aus gemeinsam unternommenen Anstrengungen erwachsen kann. So konnte Waltz’ Choreografie «In C» live gezeigt werden: Tänzerinnen und Tänzer aus Kiew und Charkiw probten via Zoom mit dem Waltz-Tänzer Orlando Rodriguez und präsentierten das Stück schließlich vor 200 Zuschauer*innen.
Inhaltlich beschäftigt sich der ukrainische Tanz mit der ukrainischen Geschichte und dem während der Sowjetära unterdrückten nationalen Erbe. So hat die Choreografin Tetiana Znamerovska in ...
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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: Parkett international, Seite 162
von Polina Bulat
Ungefähr 1968 erlebte ich in Stuttgart bei einem Gastspiel des Folkwang Ballett das Werk einer jungen Choreografin, das mich unmittelbar begeisterte: «Im Wind der Zeit». Später erfuhr ich: Die Choreografin heißt Pina Bausch. In Amerika war ich mit sehr vielen modernen Choreografien in Berührung gekommen, vor allem durch die hervorragende Tänzerin Sybil Shearer, mit...
Im weißen Cashmere-Pullover und mit einer überdimensional großen Armbanduhr am Handgelenk sitzt John Cranko immer noch täglich rauchend im Stuttgarter Ballettstudio und scheint dabei Gedanken verloren in sich hineinzuhorchen, während er auf die Schrittfolgen der Tänzer*innen achtet. Zumindest sieht es so aus, auf dem riesigen Schwarz-Weiß-Foto, das im Proberaum des...
Wer sagt eigentlich noch, Choreografieren könne man nicht lernen? Zumindest nicht durch ein Studium? Filipe Portugal jedenfalls hat studiert, und er hat gelernt. Das zeigte Ende Mai das Festspiel «Heimlich seufzen die Winde» in der Klosterkirche Königsfelden bei Brugg im Schweizer Kanton Aargau. Den aus Portugal stammenden, langjährigen Solisten im Ballett Zürich...
