Magisch
Kent Nagano, haben Sie vor Ihrer Begegnung mit John Neumeier eigentlich Ballettaufführungen dirigiert?
Ja, meistens dort, wo ich auch Musikdirektor an einem Theater war, also in Lyon und München. Ich schätze Ballett und Tanz sehr und ich finde es persönlich wichtig, als Chefdirigent in Häusern, die eine starke Opern-, Philharmonie- und Balletttradition haben, auch in allen drei Disziplinen präsent zu sein. Das stärkt nicht nur das Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Da die Disziplinen in diesen Häusern eine gemeinsame Geschichte haben, spürt man das auch an gemeinsamen Grundlagen wie Rhythmus, Tempi, Farbe, Textur, dramatische Spannung, Bewegung. Aber halt, natürlich gab es noch einen Ballett-Moment in meinem Leben ...
… nämlich?
Als Student arbeitete ich als Ballettpianist, um nebenbei Geld zu verdienen. Dabei habe ich eine faszinierende, herausfordernde Aufführungskunst entdeckt und die immense Disziplin zu schätzen gelernt, die das Ballett verlangt – angefangen bei der Intensität der Aufwärmübungen. Als Begleiter durfte man kaum etwas verändern oder improvisieren. Die Perfektionierung kleinster Charaktervariationen durch das verlangte Repertoire war zeitweise außerordentlich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: John Neumeier, Seite 104
von Manuel Brug
Andrea Amort, Wien
freie Autorin u. a. tanznetz.de
Interessanteste Inszenierung: «Neuzeit» von Johannes Wieland für Tanz Linz (Landestheater Linz)
Interessanteste*r Choreograf*in: Marco Goecke, zuletzt mit «In the Dutch Mountains» für das NDT (Den Haag)
Tänzer*in des Jahres: Das Ensemble in Mette Ingvartsens jüngster Produktion «Skatepark»
Kompanie des Jahres: Het...
Wie so vielen Kollegen, die ihre neue Direktion mit tollen Projekten antreten wollten, vermasselte auch ihr die Pandemie den Einstieg. Aber Bridget Breiner setzte beim Wechsel von Gelsenkirchen zum fast dreimal so großen Badischen Staatsballett ihre eigenwillige Programmierung fort und gestaltet seitdem einen erstaunlichen Spielplan, der in den Ballettabenden eben...
Als Julia zum Ball schreiten will, stolpert sie schon auf der Treppe. Nein, tanzen kann diese Julia nicht. Und der Kraftprotz von einem Grafen Paris lässt ihr erst recht die Glieder gefrieren. Da trifft sie auf Romeo und wird in seinen Armen zum Schmetterling. Der schwebt und tanzt und flattert – und torkelt sich schließlich in den Scheintod. Als aber Romeo kalt...
