The Silver Threshold Twilight Revue
Jeremy Wade ist ein Verwandlungskünstler. Er war einst ein ziemlich erfolgreicher Schwimmer, bevor er in der Rave-Szene von Portland Fuß fasste und erst danach den Weg zum Choreografieren fand. Auch auf diesem Feld ist seine Bandbreite beachtlich. Sie reicht vom Nackt-Duett «Glory» über den Versuch, in «Dark Material» mit Bewegung und Klebeband mystische Zustände zu fixieren, bis zur entgrenzenden Performance «Future Clinic of Critical Care». Darin erschien er bereits als Drag Sister, die sich mit Rotem Kreuz auf weißem Grund als schlachtenerprobte Körperflickerin inszeniert.
Diese Linie setzt er mit der Kunstfigur «Puddles the Pelican» fort. Mit viel Federn auf dem Haupt, grell geschminktem Gesicht und einem elegant den Körper herunterfallenden, grausilbrigen Stofffetzen erobert Wade bei «The Silver Threshold Twilight Revue with Puddles and Sunny» als queere Sänger*in die Bühne des Berliner HAU. Anfangs kommt die musikalische Begleitung nur vom Pianisten Quentin Tolimieri, später gesellt sich eine ganze Band mit doppeltem Schlagwerk, Bass und Gitarre hinzu. Je nach Instrumentierung sind die Lieder mal chansonartiger, mal rockiger. Stets vorhanden ist die dystopische Grundstimmung ...
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Tanz Juni 2023
Rubrik: Praxis, Seite 59
von Tom Mustroph
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Notiert
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