Tero Saarinen «Next of Kin»
Vilnius, Europäische Kulturhauptstadt 2009, ist stolz auf die Weltpremiere des neuen Stücks von Tero Saarinen. London und New York waren seine Nebenbuhler. Keine Geringeren. Die Erstaufführung von «Next of Kin» im litauischen National Drama Theater wurde vom Publikum nicht darum gefeiert. Der für seine visuelle Schönheit bekannte Saarinen entführte zu einer surrealistischen Reise ins kollektive Unbewusste. Seine Inspirationsquelle: Filme aus den 1920er und 30er Jahren.
So holzschnittartig auch repräsentieren seine sechs Tänzer verschiedenste Phobien.
Der Komponist Jarmo Saari agiert auf der Bühne hinter einem Vorhang. Die Schatten der beängstigenden Kostüme Erika Turunens und die expressionistischen Bewegungen ähneln Horrorfilmfiguren, hochstilisiert und darum bezaubernd. Jarmo Saari, live auf der Bühne, begegnet seinen Monstern. Mal kreuzen die Bestien seinen Weg, mal stehen sie hinter seinem Rücken, raunen, gestikulieren und versuchen ihn zu überwältigen. Das Beklemmende wird durch gräuliche Beleuchtung verstärkt – Lichtdesigner: der berühmte Finne Mikki Kunttu. Er schafft mehrdimensionale Räume, hängt Lichtwege in die Luft, deren Schatten wie schwarze Vorhänge den Platz in ...
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