Samir Akika «E.T.E. - Extended Teenage Era»
Für die einen ist das Leben eine Baustelle. Für die anderen ein Spielplatz mit bunten Luftballons. Ballons, sagt Dawna Dryhorub, symbolisieren ihre Träume. Sie hat ihre Teenager-Zeit zwar hinter sich. Dafür nehmen ihre Träume gerade erst Gestalt an. In einem Alter, wo andere nach vielen Berufsjahren über ihre Altersvorsorge nachdenken, freut sie sich über Errungenschaften wie ihr erstes Badezimmer. Dem Publikum im Düsseldorfer tanzhaus nrw wird jedes Detail, jede Fliese erklärt. Muss auch, denn der Raum ist aus Pappe.
Das Renegade Theatre findet: Lebensqualität ist Definitionssache. In ihrer «Extended Teenage Era» (E.T.E.) weigert sich beharrlich Samir Akika, der Choreograf, 40+, erwachsen zu werden. Mit «E.T.E.» hebt er lieber Lifestyle auf die Bühne. Doch cineastische Motive und Anspielungen, wie sie seinem Tanz-Theater-Kino vor einigen Jahren Profil verliehen, spielen keine Rolle mehr. Um Akika war es vielmehr still geworden, nachdem der mehrfach ausgezeichnete Cineast unter den Choreografen mehrfach floppte. Er zog sich auf Kuba zurück, arbeitete dort mit der Compania Danza Contemporanea in Havanna. Mit «Loca Mierda» kam er 2005 zurück: ein farbenfrohes Portrait kubanischer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das ist vertraut: Harter unbeweglicher Boden, darauf ein vergleichsweise weicher beweglicher Tänzerkörper, der seine kostbare Biegsamkeit gern auch mal auf den widerständigen Untergrund krachen lässt. Aber keinesfalls hopst der zeitgenössische Künstler-Leib. Gehüpft wird nicht mehr, höchstens mal «drübergehüpft», wenn ein Tisch oder sonstiger Zivilisationskram...
Unter den wenigen großen Autoren der Performance-Szene unterstreicht einer immer mehr seine persönliche Note. Rachid Ouramdane hinterfragt Identität mit immer philosophischerem Werkzeug. In «Loin ...» (weit, entfernt) blickt er in den Spiegel seiner eigenen Familiengeschichte. Es ist ein Blick in den Abgrund des Schweigens. Zwei dunkle Spiegel liegen auf der Bühne....
Der französische Choreograf Jean-Claude Gallotta wollte ursprünglich Clown werden. Die humoristische Ader hat er sich denn auch nie ganz verkneifen können. Seine Kompanie in Grenoble, im Rang eines Centre chorégraphique national, heißt noch immer Groupe Emile Dubois. Eine Farce. Schräg und grotesk «spielte» er selbst vor Kurzem den Odysseus in der Wiederaufnahme...
