tausche tanz gegen reis
Der Weg ist staubig. Eine holprige Piste aus roter Erde am Stadtrand. Hier liegt die Schule der schönen Künste, seit die Regierung vor ein paar Jahren das alte Grundstück in der Innenstadt von Phnom Penh an einen Investor verscherbelt hat. Schulmädchen in weißer Bluse und blauem Rock sitzen auf dem Boden einer Halle ohne Wände. Ein paar spielen noch mit Murmeln. Dann beginnen sie sich zu verwandeln. Sie tragen nun die kben, eine Wickelhose, und ein eng anliegendes weißes Oberteil. Das Training beginnt im Sitzen.
Mit einer Hand biegen sie die Finger der anderen nach hinten, so weit es geht. Sie üben für die kbach, die überdehnten Handbewegungen, die so kennzeichnend sind für den klassischen kambodschanischen Tanz. Es gibt Tausende. Jede hat eine Bedeutung. Ernst ist es den Mädchen, dabei sind sie erst sechs, die ältesten acht Jahre alt. Sie sind der jüngste Jahrgang. Zwölf Jahre Training liegen noch vor ihnen.
Sophiline Cheam Shapiro war einmal eine von ihnen. Sie war zwölf, als sie 1980 mit der Ausbildung begann. Zu alt eigentlich, aber damals gab es besondere Umstände, die solche Ausnahmen möglich machten. Die Schule der schönen Künste gab es nicht mehr, nachdem Pol Pot mit seiner ...
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