fotografie: rebecca hoppé

Vor hundert Jahren belichtete ihr Großvater Emil Otto Hoppé für seine «Studies from the Russian Ballet» unter anderem die berühmten Porträts von Waslaw Nijinsky. Seine Enkelin tanzte erst an der Schule des Hamburg Balletts, dann trat sie in seine Fußstapfen. Der schlichte Bildbandtitel «Ballett» erzeugt eine merkwürdige Spannung – zwischen Großvater und Enkelin in einer Zeit, als John Neumeier etwa sein Ballett «Nijinsky» erarbeitete und Rebecca Hoppé erlaubte, seine Tänzer in ähnlichen Studien zu verewigen.

Außergewöhnlich gelungen sind ihr insbesondere die Fotoserien, die den Akt des Porträtierens selbst wie einen Tanz erscheinen lassen. Da knickt der Körper Otto Bubeníceks im Stampfschritt ein, gleich daneben sind seine beiden Hände zu einer Faust geformt – Sébastien Till springt in der Hocke. Und in ­Nah­­aufnahme bildet seine Hand neben dem Sprungfuß die Essenz genau dieser Bewegung – Catherine Dumont tanzt die zerbrechliche Eleganz einer Ballerina, eine Seite weiter ist das Geheimnis dieser Schönheit in einen weichen Pas de deux ihrer Hände gegossen. Der pointierte Blick von Rebecca Hoppé macht dieses Buch zu weit mehr als einem von Heather Jurgensen eingeleiteten Fanbuch für ...

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Tanz November 2010
Rubrik: medien, Seite 59
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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bepreist: saúl vega

erhält im November den mit 5000 Euro dotierten «Bayerischen Kunstförderpreis», der an Künstler in Bayern unter 40 Jahren vergeben wird. Der spanische Tänzer ist seit 2008 Mitglied im Ballett des Staatstheaters Nürnberg unter Goyo Montero und tanzt dort wichtige Rollen.

die lehrerin: ursula bischoff-musshake

im Untertitel vereint «Telos», wie sich Ihre Schule nennt, «Tanz & Therapie». Wie kam es dazu? War die Kombination eine Folge Ihrer persönlichen Entwicklung?
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