tanz hat recht

Die neue Serie zu juristischen Problemen im Tanz.

«Ich bin im dritten Monat schwanger und arbeite im Theater mit einem Normalvertrag Bühne (Sonderregelungen Tanz). Obwohl ich schwanger bin, hat mir das Theater im Juli die Nichtverlängerung geschickt. Es fand auch vorher eine Anhörung statt, und ich habe dem Intendanten gesagt, dass er mich doch nicht kündigen könnte, weil ich schwanger wäre. Trotzdem lag die Nichtverlängerungsmitteilung jetzt in meinem Briefkasten.

Ich habe schon einige Kollegen gefragt und auch einen Anwalt, und alle waren der Meinung, dass die Kündigung wegen meiner Schwangerschaft gar nicht hätte aus­gesprochen werden dürfen. Ist das richtig?»


Ich kann gut verstehen, dass Ihnen die ganze Sache komisch vorkom­men muss. Schließlich weiß doch jeder, dass man schwangeren Frauen sowie Frauen und Männern in der Elternzeit nicht einfach kündigen kann. Das würde selbstverständlich auch für Sie gelten, wenn Sie irgendwo in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis arbeiten würden und man Ihnen eine ordentliche Kündigung ausgesprochen hätte. Diese wäre unwirksam.

Ein Normalvertrag Bühne ist aber kein unbefristeter Vertrag. Eine Nichtverlängerung ist darum auch keine Kündigung. Selbst wenn ein Normalvertrag Bühne schon ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2011
Rubrik: praxis, Seite 72
von Anke Flock

Weitere Beiträge
ton wiggers

Ton Wiggers,Introdans wird vierzig, und die neue Rechtsregierung spart 20 Prozent in den Etats ein. Was bedeutet der cultuuromslag für Introdans und den niederländischen Tanz?
In den Niederlanden finanziert die Regierung die sogenannte Basisinfrastruktur. Wer in diese Förderung aufgenommen wird, kann sich eigentlich sicher fühlen. Alle anderen bekommen Geld aus...

unser höchstes gut

Avignon war ein Kinderfest. Ob Theater, Tanz oder Performance, ob bei Angélica Liddell oder Romeo Castellucci, bei Pascal Rambert oder Boris Charmatz – immer wieder standen zwei oder sogar drei Generationen gemeinsam auf der Bühne. Nur Anne-Karine Lescop, die frühere Interpretin von Odile Duboc, hielt sich nicht ans Prinzip. In ihrem ­«Petit projet de la matière»...

Impressum - Vorschau auf kommende Ausgaben

im november: paare
Tänzerpaare haben den Romantikbonus. Gerade im Ballett, in dem märchenhafte Paarkonstellationen die Sujets beherrschen, steigert das Wissen um die Beziehung der Protagonisten im wirklichen Leben das Interesse und die Identifikationslust des Publikums. Gibt es das tiefere Verständnis wirklich, das die magischen Beziehungen reiner Bühnenpaare
wie...