stuttgart: Christian Spuck: «Das Fräulein von S.»

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Wenn sich der Vorhang hebt, platziert Christian Spuck sein Personal so, als ginge es um größere Zusammenhänge. Tatsächlich leuchtet er, von Reinhard Traub kongenial unterstützt, eine höfische Gesellschaft aus, die sich im Frankreich des 17. Jahrhunderts um den Sonnenkönig zentriert. Warum Ludwig XIV eines Tages Madame de Scudéry um Rat ersucht, ist den Umständen geschuldet. Die sind, so erzählt es uns E. T. A.

Hoffmann in seinen «Serapions-Brüdern», alles andere als erfreulich: Erst führen zahlreiche Giftmorde zur Einrichtung der Chambre ardente, eines Inquisitionstribunals außerhalb jedweden Rechts, dann verunsichern mysteriöse «Juwelenmorde» Paris derart, dass sich nachts kein Mensch mehr auf die Straße traut.

Der designierte Direktor des Zürcher Balletts holt alle Akteure gleichzeitig auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses. Mireille Mossé ist angehalten, das grandiose Tableau vivant auf ihre Weise aufzulösen. Als Alter Ego von Márcia Haydée leiht sie der Madeleine de Scudéri ihre akzentuierte Stimme. Ohne großen Aufwand bringt die Schauspielerin aus dem Geschlecht der Klein-Zaches immer wieder Licht in das kriminalistische Geschehen: koboldhaft umherlichternd in ihrem ...

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Tanz März 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Hartmut Regitz

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