happy living
Ganz nebenbei erwähnt Stephanie Thiersch, dass sie mal Skaterin war. «Ich fand die Jungs halt toll.» Skaten und Hip-Hop und Graffiti, diese Szene war mal ihre Welt. Das Faible für ruppige Musik hört man einigen ihrer Stücke noch heute an. Ballerina wollte sie, Jahrgang 1970, mal werden, lernte in Wiesbaden nach russischer Schule, bekam die, wie sie sagt, «üblichen» Hüftprobleme und mit 17 Jahren Bescheid: Ausdrucksmäßig sei alles super, aber richtig hinauf schaffen werde sie es nicht.
Worauf sie alles hinschmiss und erst während des Studiums in Frankreich wieder mit dem Tanzen anfing, bei Dominique Bagouet, der Legende des zeitgenössischen Tanzes. In Deutschland kannte man diese Tanzform noch kaum. Dann kamen die neuen Medien. Thiersch begann zu filmen, schloss in Mannheim ihr Romanistik- und ein medienwissenschaftliches Studium ab und ging fortan intensiv der Verbindung von Körper und Medien nach.
Körper und Ding
Als die Videokunst Anfang der neunziger Jahre die Tanzbühnen eroberte, war Stephanie Thiersch in Mannheim, Heidelberg, dann in Köln mit akademisch geschultem kritischem Geist vorn dabei. Sie drückte Körper in flexible Projektionsleinwände, ließ Tänzer durch Bilder ...
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Tanz März 2012
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Melanie Suchy
newcomer_________
paula rosolen
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...findet reißenden Absatz, es ziert die Werbung und wird von Doris Dörrie verfilmt. Also darf man dem Glück getrost misstrauen. Die Tanzregisseurin Helena Waldmann treibt das Glück direkt in den Bühnentod (Seite 22), die Choreografin Stephanie Thiersch (Seite 14) sagt: «Glück wird medial total überhöht, ständig reflektiert, so dass es etwas Dogmatisches bekommt,...
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