Spontan-Protest: Gegen AFD-Anfrage
Ende Juni kam in Stuttgart einiges zusammen. Das Ballett zeigte die letzte Saisonpremiere, im Theaterhaus startete Eric Gauthier sein «Colours»-Festival und hieß zugleich über 40 Kolleginnen und Kollegen willkommen – Mitglieder der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren-Konferenz (BBTK), die sich zur turnusmäßigen Sitzung trafen. Wie geplant verabschiedete die Runde eine «Erklärung gegen Diskriminierung, Fremdenhass und Machtmissbrauch sowie für Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit» – ein längst überfälliges Leitbild.
Ganz und gar nicht geplant aber war das Protest-Gastspiel, das die BBTK-Vertreter auf dem Stuttgarter Schlossplatz gaben (Foto: Eric Gauthier bei der Kundgebung im Kreis der BBTK-Kollegen). Ausgelöst hatte es die Landtagsfraktion der AfD, die mit einer parlamentarischen Anfrage unter anderem Folgendes herauskriegen will: «Welche Staatsangehörigkeiten haben die in Baden-Württemberg an staatlichen Theatern beschäftigten Tänzerinnen und Tänzer und wo haben sie ihre Ausbildung erhalten?» Lässt sich zwar locker in fast allen Saisonprospekten nachlesen, aber wenn man schon mal im Landtag sitzt … kann man auch einen Verwaltungsakt draus machen, der das ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Side Step, Seite 19
von Dorion Weickmann
Rio Rutzinger ist beim Wiener Festival «ImPulsTanz» Künstlerischer Leiter Workshop und Research – eine bislang einzigartige Position, die bei der Entwicklung neuer künstlerischer Formate eine Rolle spielen könnte.
Herr Rutzinger, was war 1984 der Antrieb, um «ImPulsTanz» als reines Workshop-Festival zu starten?
Ich war damals noch in der Schule, ich kolportiere...
Seit er 1976 mit «Einstein on the Beach» eine choreografische Oper schuf, in der Lucinda Childs als Tänzerin auftrumpfte, gilt Robert Wilson als Avantgardist und Revolutionär des Schauspiels. Die Aura, die den 77-Jährigen umgibt, gleicht der einer Pina Bausch oder eines Maurice Béjart. Dabei hat sich Wilsons Stil seit Jahrzehnten kaum verändert: Seine gestochen...
Wer vermeintlich chancenlos ist, setzt gerade in Krisenzeiten manchmal gemeinsam ungeahnte Produktivkräfte frei. Das gilt auch für traditionell eher schwergängige Institutionen mit eingeschliffenen Gewohnheiten – Theater eben. Zumal solche, die, von ihren dauerklammen Trägern kurz und kürzer gehalten, schon so gut wie abgeschrieben sind. Häuser wie das Volkstheater...
