Und Tschüss, Maestro

Ein starkes Stück: «Ensaio para uma Cartografia» der portugiesischen Regisseurin Mónica Calle gastiert bei der «Ruhrtriennale». Vorab gesehen hat es Helmut Ploebst

«Ihr Werk erinnert an die saubere Schmutzigkeit eines Neugeborenen oder von Sex, von etwas Innerem, das immer noch ein Mysterium birgt und ist.» Diesen schönen Satz sagt der portugiesische Dramatiker Luís Mário Lopes gegen Ende eines Gesprächs mit der Schriftstellerin Dulce Maria Cardoso über Mónica Calles Arbeiten. Cardoso fügt an: «Melodie und Muskel.» Und Lopes: «Widerstehen. Widerstehen. Widerstehen.» Cardoso setzt nach: «Körper und Seele.» Beide werden noch einen letzten Satz sagen.

Aber davon später, wenn geklärt ist, wer Mónica Calle ist, welche Bedeutung Lopes’ und Cardosos poetische Würdigung besitzt, und was die Gewürdigte mit Tanz zu tun hat.

Ob Calle ihren 53. Geburtstag am 5. September richtig ausgiebig zelebrieren kann, ist nicht ganz sicher. Denn am Folgetag feiert ihr Stück «Ensaio para uma Cartografia» – «Versuch einer Kartografie» – seine deutsche Erstaufführung, bei der «Ruhrtriennale». Außer Frage allerdings steht, dass die in Lissabon lebende Regisseurin und Schauspielerin im deutschen Sprachraum eine ungewöhnliche Erscheinung und ihr Stück im Festival so etwas wie ein Geheimtipp ist.

Dem trotz seiner ambivalenten Erfahrungen während der beiden vergangenen ...

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Tanz August/September 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Helmut Ploebst