Spirit
Ich habe John Cranko nicht gekannt und habe Marcia Haydée auch nie tanzen sehen, bin sozusagen die vierte Generation «nach Cranko». Aber in Stuttgart wachsen wir mit dieser besonderen Geschichte, mit dieser Legende auf. Seit 13 Jahren tanze ich seine Ballette, und natürlich bekommen wir in den Proben sehr viel davon mit, wie es damals war. In dieser Spielzeit aber hatte ich die besondere Ehre, an einem Spielfilm über Crankos Leben und Werk mitzuarbeiten. Darin spiele ich Marcia Haydée. Der britische Schauspieler Sam Riley spielt Cranko. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.
Er brauchte mich für Einblicke in die Welt des Balletts, ich ihn für Einblicke in die Welt des Filmemachens. Wir waren voneinander fasziniert; er hat mir so viel gegeben und ich ihm. Die perfekte Symbiose – es gab also Parallelen zu Cranko und Haydée. Sie hat ihn ja choreografisch immer verstanden, wusste, worauf es ihm ankam und war unfassbar engagiert. Und natürlich eine sensationelle Tänzerin.
Und so habe ich diese unglaubliche Geschichte am eigenen Leib erfahren. Ich habe sie tatsächlich gelebt! Und ich habe verstanden, wie wunderschön, intensiv und besonders diese Zeit war. Es hat mich fast traurig gemacht, ...
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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: John Cranko, Seite 46
von Elisa Badenes
Andrea Amort, Wien
freie Autorin u. a. tanznetz.de
Interessanteste Inszenierung: «Neuzeit» von Johannes Wieland für Tanz Linz (Landestheater Linz)
Interessanteste*r Choreograf*in: Marco Goecke, zuletzt mit «In the Dutch Mountains» für das NDT (Den Haag)
Tänzer*in des Jahres: Das Ensemble in Mette Ingvartsens jüngster Produktion «Skatepark»
Kompanie des Jahres: Het...
1973 war das schwierigste Jahr meines Lebens. Meine ganze Welt ist zusammengebrochen. Am schlimmsten war, dass ich – im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der Kompanie – nicht bei ihm, bei John Cranko im Flugzeug war. Normalerweise saß ich immer direkt hinter oder vor ihm. Diesmal, am Ende des USA-Gastspiels, bin ich mit Ricky – Richard Cragun – nach Brasilien...
Das Tanzgeschehen in Schweden war in der zurückliegenden Spielzeit stärker von Diskussionen um unzureichende Finanzierung und mangelnde Strukturen bestimmt als von genuin künstlerischen Themen und Ereignissen. Es scheint ein gewisser Stillstand im Land zu herrschen, und die mithin nicht ganz neue Frage drängt sich auf: Was muss geschehen, damit sich Schwedens...
