Spirit
Ich habe John Cranko nicht gekannt und habe Marcia Haydée auch nie tanzen sehen, bin sozusagen die vierte Generation «nach Cranko». Aber in Stuttgart wachsen wir mit dieser besonderen Geschichte, mit dieser Legende auf. Seit 13 Jahren tanze ich seine Ballette, und natürlich bekommen wir in den Proben sehr viel davon mit, wie es damals war. In dieser Spielzeit aber hatte ich die besondere Ehre, an einem Spielfilm über Crankos Leben und Werk mitzuarbeiten. Darin spiele ich Marcia Haydée. Der britische Schauspieler Sam Riley spielt Cranko. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.
Er brauchte mich für Einblicke in die Welt des Balletts, ich ihn für Einblicke in die Welt des Filmemachens. Wir waren voneinander fasziniert; er hat mir so viel gegeben und ich ihm. Die perfekte Symbiose – es gab also Parallelen zu Cranko und Haydée. Sie hat ihn ja choreografisch immer verstanden, wusste, worauf es ihm ankam und war unfassbar engagiert. Und natürlich eine sensationelle Tänzerin.
Und so habe ich diese unglaubliche Geschichte am eigenen Leib erfahren. Ich habe sie tatsächlich gelebt! Und ich habe verstanden, wie wunderschön, intensiv und besonders diese Zeit war. Es hat mich fast traurig gemacht, ...
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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: John Cranko, Seite 46
von Elisa Badenes
Nach 50 Jahren kreativer Arbeit in Hamburg hat John Neumeier ein einzigartiges Tanz-Universum aufgebaut: eine weltbekannte Compagnie, eine Schule, eine Jugendcompagnie, ein bedeutendes Choreografie-Œuvre und eine umfangreiche, faszinierende Tanzkunst-Sammlung, die – ergänzt um Bibliothek und Memorabilia-Archiv – seine Stiftung ausmacht. Das war, und das ist.
Es ist...
19. März 1973
– Abnehmender Dreiviertelmond. Ich bin fünf Jahre alt. Ich weiß nichts über Tanz. Aber ich tanze für mein Leben gern. Vor allem in meinem Zimmer, wo die Couch ihre Doppelfunktion als offizielle Sitzgelegenheit und als Crashpad für meine Stunts erfüllt. Arno Wüstenhöfer, Generalintendant der Wuppertaler Bühnen, engagiert Pina Bausch als Choreografin...
Wer mitbekommen hat, dass im zurückliegenden Frühjahr in Ungarn die 10. Internationalen Theatre Olympics mit einem Budget von umgerechnet 18 Millionen Euro stattfanden, unter anderem mit Peeping Tom und Dimitris Papaioannou, könnte meinen, für den Tanz liefe alles bestens im Land. Doch im Frühsommer betrauerte die zeitgenössische Szene auf einer...
