Sidi Larbi Cherkaoui, María Pagés: "Dunas"
Zwei goldene Stoffbahnen stehen für die titelgebenden Sanddünen. Ein Stretch-Stoff, der von links und rechts den spanischen Flamencostar Maria Pagés und den belgischen Tänzer und Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui verhüllt und die beiden, je im gewaltigen, bühnenhohen Gardinenstoff gebunden, in der Bühnenmitte zärtlich aufeinandertreffen lässt. Aus ihren Hüllen, einem leuchtenden Kokon, der zuweilen auch an ein Leichentuch erinnert, strecken sie neugierig ihre Finger, es folgt das tanzende Handgelenk, der Ellbogen.
So beginnt «Dunas», ein Stück für zwei magische Geschichtenerzähler, gefangen in ihren Stoffbahnen. Auf sie wird Sand projiziert, in den Cherkaoui spielerisch hingegeben Symbole und apokalyptische Zeichen malt. Aus Pagés’ tanzenden Armen wachsen Bäume, Sand fließt, Sand verwischt die Spuren, Sand wandert in den Dünen, die durch die beiden verhüllten Körper in immer neuen Formen erscheinen, immer neue Assoziationen wecken, Licht- und Schattenspiele möglich machen, ein aggressives Boxen Cherkaouis mit seinem eigenen Schatten.
All das mündet in einen so noch nie gesehenen Flamenco. Pagés, die Madrilenin, tanzt ihn befreit mit intensiver Leidenschaft, tanzt mal allein, lässt ...
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