Sidi Larbi Cherkaoui, Jean-Christoph Maillot: «Chassé–Croisé»

Critic's choice

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Übers Kreuz liegen sie nicht. Im Gegenteil. Wenn Sidi Larbi Cherkaoui und Jean-Christophe Maillot ihren Stellungswechsel «Chassé-Croisé – pour deux créations» titulieren, spielen sie lediglich mit zwei Begriffen aus dem Ballettvokabular, die sowohl ihre Gemeinsamkeiten wie ihre Unterschiede signalisieren. Sidi Larbi Cherkaoui entstammt den Ballets C. de la B., Maillot leitet seit September 1993 die Ballets de Monte-Carlo und praktiziert eine Offenheit, die immer wieder wahre Wunder zeitigt.

Getanzt wird das von einem Ensemble, das fest auf dem Formenkanon der Danse d'école fußt, aber vor keiner Expedition auf unbekanntes Bewegungsterrain zurückschreckt.

«Altro Canto» nennt der Direktor seinen Beitrag, der im Rahmen des Printemps des Arts de Monte-Carlo uraufgeführt wurde, und verweist damit nicht nur auf die interpretierten Monteverdi-Ma­drigale. Das Andersartige wird auch choreografisch manifest, weil Maillot gender-übergreifend arbeitet. Wer ist hier Frau, wer macht den Mann? Vor Gott sind alle Menschen gleich, und Karl Lagerfeld als sein Stellvertreter kleidet sie ungeachtet ihres Geschlechts entweder in Rock oder Hose – als ob wir alle Engel wären. «Hor che'l ciel e la terra» ...

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Tanz August/September 2006
Rubrik: Kalender onstage, Seite 54
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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