Graz
Denken in der Kunst hat keinen guten Ruf. Einerseits. Zu viel konzeptueller Tanz, zu kopfiges Theater, all das in-progress-Zeugs, zu wenig Schönheit, zu wenig Gefühl, zu wenig Fleisch und Blut. Andererseits: Denken in der Kunst steht hoch im Kurs. Kaum ein Theater, das sich nicht ein Lab gönnen würde, eine Akademie, ein educational oder research programme. Manifesta, documenta, Sommerakademien ... Bildung überall.
Ist es die Aufgabe eines Festivals, das seine Steuergelder für die Präsentation von Kunst bekommt, zu forschen, Wissen zu vermitteln, Diskurse zu forcieren? Wa-rum nicht auf’s Kerngeschäft konzentrieren: Vorhang auf, Vorhang zu?
Die Choreografien, Performances, Konzerte, Ausstellungen, Texte eines Festivals stehen in einem Verhältnis zueinander oder werden in ein Verhältnis gebracht. Dieses Verhältnis ist Diskurs, verbal und non-verbal. Ein Netz an Verbindungen, Widersprüchen, Konfrontationen und Ergänzungen. Untereinander und darüber hinaus. Bei Ausstellungen ist das jedem bewusst, bei Festivals gerät das manchmal aus dem Blick.
Welche Aufgabe hat ein Festival, wenn nicht einfach ein Eventfeuerwerk zu sein? Nachhaltigkeit, Aufbauarbeit, Nachwuchspflege ist für jedes ...
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Stoppschilder stehen unmittelbar vor Kreuzungen oder Einmündungen: Ist eine Sommerakademie dazu da, das Loch, das durch die Sommerpause entsteht, zu stopfen? Was signalisiert eine Sommerakademie anderes als einmal im Jahr eine Kreuzung zuzuhalten, zu stoppen. Was signalisieren Stoppschilder: Schau nach links, schau nach rechts, mach dich kundig, die Augen auf,...
Warum anfangen?
Die Stereoanlage. Das Wohnzimmer. Eltern und Geschwister sind ausgegangen. Okay, die Musik ist viel zu laut. Dafür kommt sie ganz gewaltig: die Ahnung von Freiheit. Der Arm schwingt. Der Kopf knallt zur Seite. Das eine Bein springt. Das andere hinterher. Da ist er, der von unzähligen Generationen gefürchtete Virus. Das Kind bewegt sich. Frei....
Kein Blick zurück im Zorn? Warum denn? Wohl muss Enno Markwart, seit August 1997 Rektor der Palucca Schule Dresden, Ende des Semesters gehen – aber nur, weil ein sächsisches Gesetz nach drei Amtsperioden keine Weiterbeschäftigung erlaubt. «Ich habe eine persönliche Bindung an die Schule», räumt er freimütig ein, «und deshalb bin ich mir sicher: die schweren Stunden...
