Michèle Anne De Mey: «Sinfonia Eroica»
Seit Frédéric Flamand in Marseille weilt, seit einem Jahr, untersteht sein ehemaliges Charleroi/Danses, das Zentrum des wallonischen Tanzes in Belgien, einer Viererbande. Es sind die Geschwister Michèle Anne und Thierry De Mey, Pierre Droulers und Vincent Thirion. Hier baut Michèle Anne De Mey, 47, Denkmäler. Sie gräbt ihr Meisterstück von 1990 wieder aus: die «Sinfonia Eroica», Ludwig van Beethoven, angereichert um Klein-Mozarts Vorspiel zur Oper «Bastien und Bastienne» und, in einer Ahnenreihe, Jimi Hendrix. Es ist ein 16 Jahre altes Stück.
Man ahnt, was unsere in etwa gleichaltrigen Festivalmacher begeistert: ihre Jugend. Damals, als Michèle Anne De Mey, die Rosas-Tänzerin, ihre eigene Kompanie gründete, surfte sie elegant auf der «flämischen Welle». Man schnitt abwechselnd Grimassen und tanzte Höhenflüge, dachte zugleich in strengen Strukturen und schüttelte sich vor Lachen einfach aus. In Flandern, nicht Wallonien, war das entspannte, liberale, ernste Spiel der Kinder der Postmoderne, an die der Philosoph François Lyotard seine Briefe schrieb: «Was ist denn zu erwarten, wenn das Denken keine Kindheit mehr hat?»
Die Rückkehr auf den Spielplatz. Jeder Tanz wirkt wie nur ...
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