side step 2/22
Newcomer
MUHAMMED KALTUK Es ist, als hätten die Stadttheater auf einen wie ihn gewartet. Dabei ist er nicht auf ihrem Mist gewachsen, wurde nicht in ihren Ballettsälen gedüngt und ist nicht auf ihren Bühnen aufgeblüht. Muhammed Kaltuk kommt von der Straße her, vom Street Dance und Hip-Hop. Mit 14 sah er die erste Battle und wusste, was er machen wollte. Weil das Geld für die Tanzschule fehlte, brachte er sich anfangs die ersten Moves mit Freunden selbst bei. Und weil die Eltern auf einen rechten Beruf drängten, machte er erst einmal eine Lehre im Pflegebereich.
Und tanzte weiter, bis zu Meisterschaften, bis auf Catwalks und mit seiner Tanzgruppe Special Elements ins Fernsehen. Heute führen gleich drei Schweizer Stadttheater seine Stücke im Spielplan: St. Gallen, Luzern und Basel. Muhammed Kaltuk ist das gelungen, was im deutschsprachigen Raum noch immer eine große Ausnahme ist: der Sprung vom kommerziellen Bereich von Werbung, Tanzvideo und Show auf die Bühne des Bildungsbürgertums. Da lässt er die Tänzerinnen und Tänzer nun hiphoppen, kraftstrotzend, geordnet in Synchronie, um im nächsten Moment einzubrechen ins Chaos, in andere Bewegungsmuster und neue Formationen. Das ist gut ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: side step, Seite 16
von
Auditions
The Finnish National Ballet, Helsinki
is looking for experienced female and male dancers and for dancers to the Youth Company (age 18 to 22)
Auditions (by invitation only): 20 March in Amsterdam
Application deadline: 5 February www.oopperabaletti.fi/en/audition
The ballet company of the Tyrolean State Theatre Innsbruck, Austria
is looking for dancers...
Würde Goyo Monteros jüngster zweiteiliger Ballettabend im künftigen, heftig umstrittenen Provisorium für Oper und Ballett gegeben (S. 38), käme das einer humanistischen Überschreibung gleich. Bereits der Titel «Narrenschiff» konterkariert den blutigen Ernst in Stein gehauener Gigantomanie, wie sie sich im sogenannten «Kolosseum» – der nie fertig gebauten...
Nichts als ein Nebelstreif. Sobald sich das Dunkel lichtet, wird nach und nach ein Mensch erkennbar – nicht schaumgeboren wie Aphrodite, eher gedämpft, als wäre man in Nibelheim zuhause. «Mist», also «Nebel», nennt Damien Jalet seinen Film, und nebulös beginnt er, als müssten wie in den Götter- und Helden-Sagen der nordischen «Edda» im Zusammenspiel der Elemente...
