Wie weitermachen
«Ende einer Ära», das klingt pathetisch. In Hamburg aber ist die Terminologie angemessen: Seit 1973 prägt John Neumeier das Hamburg Ballett, zunächst als Ballettdirektor und Chefchoreograf, seit 1996 als Intendant. 49 Jahre, in denen Neumeier stilbildende Choreografien entwickelte, «Tod in Venedig», «Winterreise», «Nijinsky», «Ghost Light», das jüngst überarbeitete «Dornröschen» −, man kann seine wichtigen Arbeiten gar nicht alle aufzählen. Nur soviel: Was Erzählformate betrifft, hat Neumeier den Begriff Neoklassik praktisch gepachtet.
Wer Narration und neoklassische Ästhetik vertritt, muss sich irgendwie zu ihm verhalten. Und zu Hamburg. Wenn eine künstlerische Biografie so eng mit einer Institution verbunden ist, dann kann man zweifellos von einer Ära sprechen.
Und zwar von einer Ära, die endet. Neumeier, der Ende des Monats 83 Jahre alt wird, hat angekündigt, sich 2023 von der Leitung des Hamburg Ballett zurückzuziehen. Endgültig. Was den Hamburger Kultursenator Carsten Brosda vor ein Problem stellt. Denn: Als Neumeier 1973 in die Stadt kam, hatte er einen Namen als gefeierter Tänzer aus John Crankos Stuttgarter Ballett. Vier Jahre Ballettdirektion in Frankfurt lagen hinter ...
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Tanz Februar 2022
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Falk Schreiber
Auditions
The Finnish National Ballet, Helsinki
is looking for experienced female and male dancers and for dancers to the Youth Company (age 18 to 22)
Auditions (by invitation only): 20 March in Amsterdam
Application deadline: 5 February www.oopperabaletti.fi/en/audition
The ballet company of the Tyrolean State Theatre Innsbruck, Austria
is looking for dancers...
Eine Explosion im Solarplexus. Hitze im ganzen Körper. Die Achselhöhlen schweißnass. Das Herz pocht heftig. Kloß im Kehlkopf. Ein Glühen kriecht den Hals hoch ins Gesicht. Der Blick senkt sich. Der Oberkörper sackt zusammen. Man möchte verschwinden, unsichtbar werden. Es ist schrecklich, eine Vernichtung. Es ist: Scham.
Scham erfasst den ganzen Körper, und der...
WALK!
In Pandemiezeiten ist das eigentlich unspektakuläre Gehen mit Bedeutung aufgeladen – sei es, dass die einzig mögliche soziale Aktion während des Lockdowns ein gemeinsamer Gang durch den Park ist, sei es, dass Querdenker, Reichsbürger und Rechtsextreme Demonstrationen als kollektive «Spaziergänge» verniedlichen. Künstlerische Würdigungen bekommt das schnöde...
